Harte Auseinandersetzungen, Bürgerkriegsatmosphäre an der Kölner Universität., weil das Pack keine Studiengebühren zahlen will. Nachdem sie jahrelang immer nur gestreikt haben – wobei mir bis heute niemand erklären konnte, wie man streiken kann, wenn man nicht mal arbeiten geht -, haben die Studies nun das Rektorat der Kölner Uni besetzt, ohne dass unsereins viel davon mitbekommen hätte.
Abends machten wir einen “kleinen” Spaziergang von Poll nach Ehrenfeld, und kamen in dessen Verlauf auch über die Uniwiesen, als wir Musik hörten, die nach Punkrock klang. Was mochte das sein?
Wir gingen den Geräuschen nach, bis zum Albertus-Magnus-Platz, wo tatsächlich eine – nunja: – Punkband spielte. Im lauen Frühlingsabend kauerte allerlei Studie-Pack auf dem Boden herum, einige Leute übten sich gar im Pogo, was allerdings völlig danebenging: “Ausdruckstanz” ist wohl das treffendere Wort. Vor allem ein Subjekt, das in Shorts, mit freiem Oberkörper und Kiffermähne aussah wie frisch einer Höhle am Strand von Caños de Meca entsprungen, sorgte für einen im Sarg rotierenden Sid. Ekelhaftes Hippiegesocks.
Die Band spielte irgendeine Mischung aus Punk und Hardcore, mir gefiel es nicht, aber es war vollkommen okay, bis einer der Musikanten einen Ansage machte: “Ja, feiert Euch ruhig mal selbst!” und mit diesen Worten auch tatsächlich Leute anfingen, zu applaudieren. “Lauter!” sagte er noch, und wir machten uns vom Acker.
Noch ein Wort an unsere lieben Studierenden: Ich verstehe ja, dass es schade ist, dass man Studiengebühren zahlen soll. Ist echt gemein denjenigen gegenüber, die sowieso schon kein Geld haben. Unsozial, aber echt.
Allerdings trifft das, wenn ich mir die Lage mal so anschaue, auf, wenn’s hochkommt, etwa 2% von Euch armen Bettelstudenten zu, anders kann ich es mir nämlich nicht erklären, warum Ihr mehr Geld für viel zu kleinen Studentenwohnheimzimmer zahlt, als unsereins für eine großzügige 60qm-Wohnung. Ach richtig, weil’s direkt an der Uni ist, schon klar, zweimal fallen, und man ist im Hörsaal. Und vor allem im Belgischen Viertel, wo man so richtig feiern kann. Wie kommt es eigentlich, dass dort zu jeder Tag- und Nachtzeit die Bistros/Restaurants/Kneipen vollbesetzt mit Studie-Pack sind? Wie, bitteschön, könnt Ihr Euch das leisten? Wie wäre es mal damit, sich einfach ein wesentlich günstigeres Bier am Kiosk oder direkt im Supermarkt zu kaufen und sich einfach an die Straße zu stellen?
Ach ja, ist nicht so schick. Studieren ist ja mehr als Lernen. Schon klar. Geht sterben.