Archiv der ‘Krempel’-Kategorie

Und wieder eine neue Saubande,

die durch’s globalisierte Dorf gejagt wird: Die Yindies, eine neue Variante der Yuppies. Was sie so anders macht: sie sind independent. Was sich darin äußert, dass sich mit iPods durch die Gegend rennen, Caffee Latte bei Starbuck’s trinken, natürlich in den Metropolen dieser Welt wohnen und vor allem nicht die großen Marken, die alle kaufen, kaufen, sondern ganz individuell kleine Namen. Mit anderen Worten: Kanonenfutter für Apple und andere Lifestyle-Firmen, die das wohlig-coole Gefühl von Anderssein verkaufen.
Und jetzt alle auf Drei: “Wir sind alle Individuen!”
Eigentlich schreibe ich diese Zeilen auch nur, weil seit Freitag alle drüber schreiben, sei es nun die Presse, seien es anderen individuelle Blog-Autoren wie ich. Wobei ich mich nicht so recht entscheiden kann, ob ich nun über Yindies lästern, an mir selbst den großen Yindie-Test vornehmen oder darüber meckern soll, dass momentan alle drüber schreiben.
Naja, Hauptsache, mal was zu dem Thema geschwafelt. Dafür sind Weblogs schließlich da.

Sonntag, Januar 22nd, 2006

Du bist Deutschland

Gerade gefunden: Neues zum Thema “Du bist Deutschland”, die schönste Hurra-Patriotismus-Kampagne seit… Ach nein, nicht schon wieder einen unpassenden Vergleich mit der Zeit des Nationalsozialismus’ bzw. dem Real Existierendes Sozialismus.
Dann doch lieber nohmal kurz zusammenfassen, warum diese Kampagne ekelhafter Dreck ist:

  • Wegen des Satzes “gib nicht nur auf der Autobahn Gas”, kurz nachdem der Quotenjude der Kampagne Marcel Reich-Ranicki sein Gesicht in die Kamera gesteckt hat. Das finde ich dann doch recht … nunja … unpassend.
  • Weil ich nicht wüsste, mit welchem Recht die Gewinner “unseres” Gesellschaftsvertrages den Verlierern das Jammern verbieten dürfen. Ein paar hungernde Afrikaner dürften das zweifellos, aber Leute wie Günther Jauch keinesfalls.
  • Weil Patriotismus etwas für Idioten ist.
  • Und.
  • Und.
  • Und.

Ach, keine Lust, da jetzt noch allzusehr drauf rumzureiten.

Samstag, Januar 21st, 2006

Kontrollieren geht über studieren, Teil II

Bereits hier schrieb ich über die duften Laufbänder des örtlichen Nahverkehrsunternehemens, die Studierende dazu auffordern, doch bitte Fahrkartenkontrolleur zu werden. Mittlerweile hat der Text eine Variation erfahren. Und geht jetzt ungefähr so:

Ihre finanzielle Basis fürs Studium? – Studenten und Studentinnen zur Unterstützung unseres Fahrausweis-Prüfdienstes gesucht.

Super: Sich das Studium als Petze verdienen, vor allem am Wochenende und in den späten Abendstunden, wie es an anderer Stelle heißt, also die Kommilitonen, die betrunken und glücklich sind, dazu überreden, einem die Fahrausweise zu zeigen.
Ich will gar nicht wissen, was da für eine Akademiker-Generation heranwächst.
Wer sich für den Job interessiert, kann ja mal auf der Homepage nachschauen. Alle anderen am besten auch: Das Bild da ist grandios…

Samstag, Januar 21st, 2006

Grübchenterror

Gerade eben auf tagesschau.de:

Blankes Entsetzen nach Falschmeldung.
Es ist ein Schock für alle Angehörigen der verunglückten Kumpel im US-Staat West Virginia. Knapp zwei Tage nach der Explosion in einer Kohlegrube jubelten sie zunächst über die Nachricht, die zuletzt noch elf vermissten Männer seien am Leben. Doch die Nachricht war falsch. Sie sind tot. Nur ein Kumpel überlebte.

Das als TOPmeldung. Ich könnte kotzen, tue es aber nicht, weil das nicht gut für die Tastatur ist. Ständig explodieren in China oder sonstwo Kohlegruben, gehen Bergleute verschütt, und das meistens in handlichen 500-Menschen-Kollektiven. Ist’s am Arsch der Welt, gibt’s deswegen eine Meldung unter “Ferner liefen” – was ich auch angmessen finde.
Aber kaum findet so etwas in den USA statt, wird in blödester Boulevard-Manier berichtet. Wie letzten Spätsommer, als New Orleans zum Planschbecken wurde; da hat’s auch niemanden interessiert, dass praktisch zeitgleich in Lateinamerika mindestens gleich Schlimmes passiert ist.
Und dafür wollen die GEZ-Gebühren?

Mittwoch, Januar 4th, 2006

Eissport Deutschland und Pakistan

Vorbei an den Boulevardzeitungskästen. Express souverän: Schlagzeile, wer der neue Trainer vom FC ist, die eingestürzte Eissporthalle irgendwo in Süddeutschland klein an die Seite gequetscht.
BILD hingegen: “Diese zwei Kinder könnten noch Leben” (aus dem Gedächtnis zitiert), daneben die Portriats zweier Kinder mit jeweils einem Balken vor den Augen (ist das ein Deckenträgerbalken?) um die Anonymität zu wahren.
Was soll man dazu schreiben? Mit ein paar zehntausend Bildern von pakistanischen Kindern kontern, die in den nächsten Tagen erfrieren? Ach, bringt doch eh’ nix. Und man würde wahrscheinlich von den Fotographen, die die Bilder gemacht haben, verklagt.

Mittwoch, Januar 4th, 2006

Die schönsten Weihnachtsgeschenke, Teil I

So was wünscht sich doch jeder: eine Setlist der Nopes.

The Nopes Setlist, 23.12.05

Dienstag, Dezember 27th, 2005

Eine Frage an die Ornitologen unter uns:

Was treibt Wellensittiche eigentlich dazu, in den eigenen Wassernapf zu scheißen?

Samstag, Dezember 24th, 2005

Punk und Christentum united

Ich fasse es nicht: Da versuche ich dem Punkerpöbel seit Jahren in meiner Plastic Bomb-Kolumne durch die Blume mitzuteilen, dass ich die gesamte Menschheit hasse, und dann gibt es auf mein Geschreibsel in der Ausgabe 53 pünktlich an Heiligabend eine erboste Email, in der mir mitgeteilt wird, dass ich nicht derart über Christen hetzen solle und vor allem nicht

“richtige” Christen, die einfach nur der Bibel folgen und an Gottes Wort glauben, mit “Pseudo” Christen, die dem Papst in den Arsch kriechen und keinen Plan von gar nichts haben, zu unterscheiden

.
Au weia. Wundert sich da ernsthaft ein Christenmenschlein, dass es in einem PUNKfanzine beschimpft wird? Ja, wo sind wir denn hier?
Ich hoffe, ich bin da einem “Verstehen Sie Spaß”-Sketch aufgesessen, denn das wäre dann doch zu peinlich für die Bewegung.

Samstag, Dezember 24th, 2005

Nieder mit der APPD!

Ich fasse es nicht: Kaum hat sich die pogoanarchistische Bewegung gespalten, verschickt derjenige Teil, der weiterhin den Namen APPD nutzt, herzzerreißende Rundmails zu Weihnachten, die dann auch noch mit den Worten

In diesem Sinne frohe Weihnachten und ein geiles neues Jahr!

enden. Wirklich pogo-anarchistisch, Leute, vor allem das rebellische Wörtchen “GEIL”.
Ich frage mich ja doch, wie es mit der APPD weitergehen soll, wenn offensichtlich alle fähigen Leute zur Pogopartei übergelaufen sind.

Samstag, Dezember 24th, 2005

Das Lego-Syndrom

In jungen Jahren spielte ich gerne mit Lego. Wahrscheinlich täte ich das auch heute noch gerne, doch macht mir da die Gesellschaft einen Strich durch die Rechnung, die es als inakzeptabel erachtet, wenn Einunddreißigjährige dies tun.
Wie gut, dass mir eines Tages auffiel, dass man Computer nicht nur anwenden, sondern auch programmieren kann, was im Prinzip genau dasselbe ist, wie mit Lego zu spielen: Man baut sich seine Programme Stück für Stück zusammen, hier ein Klätzchen Code, da ein Klötzchen Code, bastelt herum, stunden-, tage-, wochenlang, bis alles ineinandergreift, gut aussieht, eine runde Sache ist, kurz und gut: so ist, wie es sein soll.
Das fertige Programm benutzt man dann einige wenige mal und verliert die Lust daran.
Das Bauen, nicht das Spielen macht Spaß, egal, ob es sich um eine Lego-Raumstation oder – nur als Beispiel – ein Weblog-System handelt, welches man dann später, wenn alles mal fluppt, auszubauen gedachte.
An anderer Stelle hatte ich mir so ein Blogging-Skript in PHP gebaut, dann drei bis vier Beiträge gepostet, danach kam nichts mehr. Also auch keine Veranlassung, daran herumzubasteln. Ist ja auch irgendwie doof.
Darum gehe ich dieses Mal den anderen Weg: Ich stelle mir eine Blogging-Software hin, die andere programmiert haben, und vielleicht – so denke ich mir – passiert hier dann auch mal öfters (und vor allem ausdauernder) etwas. Schau’n wir mal.

Dienstag, Dezember 13th, 2005