Archive für März, 2006

Liebe Terrorfahnder!

Sollte in den nächsten Tagen die Konzernzentrale eines großen Telekommunikationsanbieters in die Luft fliegen, könnt Ihr gerne mal bei mir nachfragen, ob ich es gewesen bin; nachdem ich zwischen diversen Telefon-Nummern hin- und hergeschickt und falsch beraten wurde, nachdem ich mich mit unfähigen Spracherkennungs-Software herumschlagen musste, die zu doof ist ein einfaches “Ja” zu erkennen (und das nach mehreren Versuchen), bin ich der Ansicht, dass ich das darf.

Nachtrag: Okay, nachdem mir im örtlichen Tee-Punkt versichert wurde, man habe das jetzt alles im Griff – diese Leute haben seltsamerweise eine Durchwahl, mit der sie alle diese (eigentlich recht simplen) Fragen im Nullkommanix klären können -, sehe ich von einem Anschlag ab. Ich bitte, das zu beachten, falls besagte Konzernzentrale doch demnächst gesprecht werden sollte.

Aber Du, magenta Pottsau, solltest Dir wirklich mal überlegen, WAS bei Dir alles falsch läuft.

Dienstag, März 28th, 2006

Blaue Polizisten

Ich habe sie gesehen, zum allerersten Mal: Blaue Polizeiautos, genauer gesagt eines, das durch Köln gurkte.
Dass diese “Rebranding”, wie man das in der freien Wirtschaft so nennt, in vollem Gang ist, wusste ich ja, dass die in Hamburg damit anfangen wollten, auch, aber eigentlich hatte ich gedacht, dass wir in Köln noch ein wenig Zeit zur Umgewöhnung hätten.
Eine ziemliche Umstellung wird das, wenn man Polizisten nicht mehr an der Reizfarbe Grün erkennt. Man muss sich ja komplett umgewöhnen, wenn man einen kurzen Sicherungs-Blick um sich wirft, bevor man bei Rot über die Ampel geht, kleinen Kindern ihre Lutscher abnimmt oder eine Bank überfällt.
Ich fürchte, da muss man in der nächsten Zeit sehr, sehr aufpassen.

Dienstag, März 21st, 2006

Chefdenker und die stilistische Vielfalt

Ich bezeichne das, was Chefdenker so fabrizieren, gerne als “Meta-Punk”: irgendwo abgehoben, und wenn man noch rätselt, was die Textzeile gerade eben bedeutet haben mag, ist die Band schon circa drei ironische Brüche weiter. Musikalisch ist es ähnlich; “Punk” in dem Sinne ist das nicht, zumindest längst nicht in allen Liedern.
Das zeigte sich letzten Donnerstag vor dem Konzert im Sonic Ballroom, als dort einige Leute in Begleitung eines Ghettoblasters mit der letzten Chefdenker-CD “Eine von hundert Mikrowellen” drin rumstanden: Kam eines der punkigen Lieder, wurde es lauthalst abgefeiert, kam irgendetwas, das irgendwie anders klang, wurde gnadenlos auf “Next” gedrückt – selbst “Mikrowelle” blieb davon nicht verschont.
Ich schüttelte nur unentwegt den Kopf, unterbrochen nur von den Momenten, in denen ich weitere Schlucke Bier in mich hineinkippte.
Das anschließende Konzert war übrigens unglaublich: Stagediver! Publikum, das abgeht.
Und selbstredend kam die “Filmriss”-Einlage mal wieder am besten an.
Ich frage mich echt, was in den kleinen Punkerhirnen so vorgeht.

Dienstag, März 21st, 2006

Unprofessioneller Spam


Ich bin ein toleranter Mensch und habe durchaus Verständnis dafür, dass die Menschen in neoliberalen Zeiten wie diesen irgendetwas tun müssen, um sich am kacken zu halten. Geld ist die wichtigste Nebensache der Welt, weil man sich davon die meisten Hauptsachen der Welt – u.a. Alkohol, Konzerte, Schallplatten – kaufen kann.
Meinetwegen sollen die Leute Spammer werden, andere werden ja auch Soldaten oder Polizisten, manche flüchten der Armut gar durch Annahme eines Bundestagsmandates.
Was mich jedoch stört, ist, wenn diese Leute ihren Job dann nicht mal vernünftig machen. Von einem Briefträger erwarte ich, dass er die Post zuverlässig zustellt, von einem Polizisten, dass er kleine Punker verhaut, von einem Politiker, dass der Müll redet. Und von einem Spammer erwarte ich halt technisch hochwertige Spam-Mails, die mir Viagra, Penisenlargement und ähnliche Dinge, die ich im Gegensatz zu so manchem Mann selbstverständlich nicht ansatzweise nötig habe, anbietet.
Aber sowas: Spam-Mails, in denen nicht mal die Variablen für Absender-Name und Empfänger richtig eingesetzt wird, sondern in denen einfach nur der entsprechende Hash angezeigt wird – also, das geht nun wirklich nicht.
Also, bitte: Demnächst ein wenig mehr Sorgfalt beim Skripten, wenn ich bitten darf. Danke.

Samstag, März 18th, 2006

Abwärts – Breaking News

Heute gegen 14 Uhr kam die Abwärts-Best-Off-Doppel-CD endlich hier an . Zweieinhalb Stunden quer durch die Bandgeschichte. Gleich habe ich sie zum dritten Mal durch (+ desöfteren “mal eben nur die Hits” und zwischenzeitlich einkaufen gehen). – Ich denke, das kann man als gute Quote durchgehen lassen.

Samstag, März 11th, 2006

Hammerhead – the Movie

Meine PUNK-Plattensammlung ist komplett: “Never Mind The Bollocks” von den Sex Pistols und von Hammerhead das weiße Album sowie die 10″. Okay, “Feel the Darkness” von Poison Idea habe ich auch, aber das ist ja eigentlich schon nicht mehr wirklich Punk, wenn man mal richtige Maßstäbe anlegt.
Hammerhead setzten zeit ihres Bestehens Maßstäbe in Sachen Zynismus, geballt mit Atomkrieg-Musik. Live war das mitunter unter aller Sau, mitunter grandios. Und vor allem die Texte: Gegen alle und jeden, und nie (oder zumindest nur selten) traf es die falschen.
Nun arbeitet die Band an einer DVD, die ihr Schaffen dokumentieren soll und sucht dafür noch Leute, die irgendwelche Filmaufnahmen das Thema betreffend rumfliegen haben. Melden sollte man sich über die Homepage.
Im Sommer soll das Machwerk dann erscheinen, zudem soll eine Filmpremiere in einem Bonner Kino stattfinden…

Mittwoch, März 8th, 2006

Die sollten sich was schämen

Heute gleich zwei Nazi-Aufmärsche in Köln, einer in Ehrenfeld, einer hier in Porz. Gegen halb zwei Mittags machten wir uns auf Richtung PorZity, um dort die Gegen-Kundgebung zu begutachten. Nicht allzu viel los, also gingen wir wieder nach Hause, auch weil es so aussah, als würde die Polizei das Faschopack einmal kurz durchs Industriegebiet laufen lassen und gut.
Ich saß also programmierenderweise am heimischen Computer, als draußen Gegröhle zu hören war. Ein Blick aus dem Fenster zeigte Bewegung: Mannschaftswagen mit Blaulicht, Horden von Jugendlichen von – sagen wir mal: – nicht gerade arischer Herkunft hektisch unterwegs – ab in die Schuhe und raus.
Tatsächlich: Eine Straße weiter war alles voller Polizei. Alles grün, als wäre der Frühling endlich da. Die gesamte Straße, so weit das Auge links und rechts schweifte vollgebullt und irgendwo dazwischen nicht mal drei Dutzend lächerliche Gestalten mit Auto mit Lautsprechern drauf, aus denen sehr Dummes durch die Gegend schallte.
Wir also weiter, parallel zur “Demo”-Strecke, an der nächsten Straße weiterschauen.
Alles voller Polizei. Nicht mal zu Lidl oder Aldi kam man, wurde nicht durchgelassen. Vor unseren stolzen Gesetzeshütern Gegen-Demonstranten, viele Jugendliche, zwischendurch Antifa und Punks.
Ein Leverkusener Punk-Urgestein lief mir über den Weg und meinte, dass das wirklich alles an Nazis sei. Später meinte er, in Ehrenfeld seien es auch nur gut 50 aufrechte Deutsche gewesen, die durch ihre enorme Dummheit auffielen. Und natürlich dadurch, dass sie von 1.000 Polizisten bewacht wurde. – Wenn ich dran denke, was das an Steuergeldern kostet…
Bei uns um die Ecke war die Nazidemo dann auch vorbei. Das Nazipack wurde Richtung Bahnhof gelotst, in Züge verladen und leider nicht zur Vergasung ins KZ geschickt.
Alles löste sich auf, ein paar Punks standen noch mit Cassettenrecorder rum, aus dem Punkrock dröhnte. Viel, viel mehr Leute als die PatrIdioten.
Und, Fascho, falls Du das hier liest: Das war wirklich ganz schön peinlich für Euch, Ihr solltet Euch was schämen.
Wenn das die Zukunft Deutschlands ist, bin ich ja echt begeistert.

Samstag, März 4th, 2006

Unfall

Ich weiß zwar nicht genau, was passiert ist, nur eines: Als ich eben nach Porz-City kam, standen dort ganz viel beblaulichtete Autos verschiedener Farben herum, eine Straßenbahn stand ebenfalls herum – direkt dort, wo sie die Straße kreuzt – und Fachleute kümmerten sich um eine/n Verletzte/n. Kurz und gut: Da scheint jemand so schlau gewesen zu sein, vor die Straßenbahn zu rennen, was bekanntlich recht ungesund sein kann. Als ich vom Einkauf auf dem Rückweg erneut vorbeikam, hob gerade der Hubschrauber vom Katastrophenschutz ab und neben den Straßenbahnen standen jetzt auch die Busse blöde in der Gegend rum.
Nicht, dass das alles sonderlich interessant wäre, aber ich möchte ja doch mal als erster über etwas berichten.

Freitag, März 3rd, 2006

Kommentare

Darauf habe ich ja gewartet: Seitdem gestern etwas zum Thema Sicherheitslücken in WordPress gemeldet wurde, warte ich ja nur so auf Spam-Kommentare. Heute waren sie auch prompt da.
Deswegen gilt bis auf weiteres: Kommentare erscheinen erst nach Moderation meinerseits, müssen also von mir freigeschaltet werden.

Und nachdem ich gesehen habe, was für dumme Sicherheitsfehler in WordPress zu finden waren (kein htmlentities() über Kommentare drüberlaufen lassen… meine Güte, das darf doch nicht wahr sein!) und die Datenbank hier sowieso sehr langsam ist, werde ich mich, wenn Zeit ist, mal dranmachen, das ganze Weblog hier komplett umzustellen; vielleicht grabe ich mein altes Weblog-PHP-Script nochmal aus oder programmiere das – so zum lernen – in Perl neu.

Freitag, März 3rd, 2006