Heute gleich zwei Nazi-Aufmärsche in Köln, einer in Ehrenfeld, einer hier in Porz. Gegen halb zwei Mittags machten wir uns auf Richtung PorZity, um dort die Gegen-Kundgebung zu begutachten. Nicht allzu viel los, also gingen wir wieder nach Hause, auch weil es so aussah, als würde die Polizei das Faschopack einmal kurz durchs Industriegebiet laufen lassen und gut.
Ich saß also programmierenderweise am heimischen Computer, als draußen Gegröhle zu hören war. Ein Blick aus dem Fenster zeigte Bewegung: Mannschaftswagen mit Blaulicht, Horden von Jugendlichen von – sagen wir mal: – nicht gerade arischer Herkunft hektisch unterwegs – ab in die Schuhe und raus.
Tatsächlich: Eine Straße weiter war alles voller Polizei. Alles grün, als wäre der Frühling endlich da. Die gesamte Straße, so weit das Auge links und rechts schweifte vollgebullt und irgendwo dazwischen nicht mal drei Dutzend lächerliche Gestalten mit Auto mit Lautsprechern drauf, aus denen sehr Dummes durch die Gegend schallte.
Wir also weiter, parallel zur “Demo”-Strecke, an der nächsten Straße weiterschauen.
Alles voller Polizei. Nicht mal zu Lidl oder Aldi kam man, wurde nicht durchgelassen. Vor unseren stolzen Gesetzeshütern Gegen-Demonstranten, viele Jugendliche, zwischendurch Antifa und Punks.
Ein Leverkusener Punk-Urgestein lief mir über den Weg und meinte, dass das wirklich alles an Nazis sei. Später meinte er, in Ehrenfeld seien es auch nur gut 50 aufrechte Deutsche gewesen, die durch ihre enorme Dummheit auffielen. Und natürlich dadurch, dass sie von 1.000 Polizisten bewacht wurde. – Wenn ich dran denke, was das an Steuergeldern kostet…
Bei uns um die Ecke war die Nazidemo dann auch vorbei. Das Nazipack wurde Richtung Bahnhof gelotst, in Züge verladen und leider nicht zur Vergasung ins KZ geschickt.
Alles löste sich auf, ein paar Punks standen noch mit Cassettenrecorder rum, aus dem Punkrock dröhnte. Viel, viel mehr Leute als die PatrIdioten.
Und, Fascho, falls Du das hier liest: Das war wirklich ganz schön peinlich für Euch, Ihr solltet Euch was schämen.
Wenn das die Zukunft Deutschlands ist, bin ich ja echt begeistert.