in Ihrem Artikel über den französischen Präsidentschaftskandidaten Francois Bayrou schreiben Sie neben vielem, was ich Ihnen jetzt einfach mal so abnehme (ich bin in dem Thema nicht so bewandert), folgende Zeilen:
Was ihn gefährlich macht als Präsident Frankreichs, das ist seine anti-liberale latent anti-semitische Demagogie, das Geld betreffend, l´argent:
und führen dann als Beleg folgende Textstelle aus Bayrous Buch an:
“Das Geld ist am Platze im Rahmen des Nötigen. Jeder braucht es zum Leben, und diejenigen, denen es fehlt, werden lahmgelegt. Wenn aber das Nötige einmal befriedigt ist, darf das Geld den Horizont nicht mehr bestimmen … Einen Unterschied zu machen zwischen Sein und Haben, das ist das Wesentliche eines Gesellschaftsprojektes, und sogar eines Projektes der Zivilisation (S. 78).”
Das ist also anti-semitisch. Ach, ‘Tschuldigung: latent anti-semitisch. Wenn man einen Vorwurf schon nicht so genau belegen kann, schreibt man schnell mal “latent” davor; so muss man nichts beweisen, der Vorwurf bleibt aber bestehen. Ein ganz schönes Cleverle sind Sie, aber echt.
Oder auch doch nicht, denn seien wir mal ehrlich: Dieses Zitat ist als Beleg für Antisemitismus, und sei er noch so latent, keinesfalls geeignet. Höchstens insofern, als dass Sie in diese Zeilen Dinge hineininterpretieren, die man, mit ein wenig bösem Willen, als latenten Antisemitismus bezeichnen könnte.
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