…übers Bloggen
Es gibt zuviel überhöhtes Geschwätz auf der Welt.
Es gab eine Zeit, damals, als der Mensch vielleicht noch gar kein Mensch war, da konnte der Mensch noch nicht sprechen. Denn erst die Sprache macht den Menschen zum Menschen, und damit alles kaputt.
Damals war alles ganz einfach: Mochte man wen, steckte man ihm die eigenen Geschlechsteile irgendwohin, und sei es entegegen. Mochte man wen nicht, schlug man ihn; war man progressiv, mit einem Stock. Die gute alte Zeit.
Irgend so ein Schwätzer erfand dann irgendwann die Sprache, Kommunikation, die über das Körperliche hinausgeht. Meta-Ebenen taten sich auf. Die Welt wurde abstrakt, unübersichtlich. So unübersichtlich, dass der Menschenschlag, der die Zivilisation begründete – der Beamte -, die Schrift erfand.
Fortan konnten Gedanken aller Art aufgezeichnet werden. Und wurden es auch.
Und doch dauerte es noch viele, viele Jahre, bis – zumindest in Teilen der Welt – die Bevölkerung alphabetisiert war. Was wir gewiss idealistischen Menschenfreunden zu verdanken haben. Die somit, zumindest indirekt, die BILD-Zeitung, die der beste Kommentar zum Thema Volks-Alphabetisierung, den es überhaupt gibt, ist, zu verantworten haben.
Danke dafür.
Mittlerweile gibt es Weblogs, fesch auch “Blogs” genannt, die es den ganzen satuierten Presseschreiberlingen, den Edelfedern von Zeit, der Süddeutschen, der FAZ, dem Delmenhorster Kreisblatt, mal so richtig zeigen: SO geht Journalismus von der Basis. Sozusagen Volks-Alphabetisierung für – und vor allem – VON ganz unten.
Blogosphere, das ist weiter unten, als Günther Wall- je gerafft hätte. Blogsosphere, das ist irgendwo da, wo sich der Urschleim angewidert abwendet und lieber Darwins großem Plan folgt, statt sich dieses Suhlen in der eigenen Ursuppe zu geben. Hier muss niemand auch nur irgendwas können.
Das mag man gut finden. Oder auch unaushaltbar. Ich tendiere zu letzterem.
Was natürlich kein Grund ist, da nicht trotzdem mitzumachen. Insofern: Schönen guten Tag.