Die Straßen in diesem Land sind zu lang. Hausnummern gehen in die Tausende, und die schachbrettartige Anordnung in den Städten irritiert auch mehr als sie nützt. Man wandert beispielsweise durch halb San Francisco, nur um am anderen Ende der Stadt auf denselben Straßennamen zu treffen, der auch noch dieselbe Straße bezeichnet, in der man am anderen Ende der Stadt wohnt. Gefühlt hätte man sich die Wanderung glatt sparen können. Sehr unbefriedigend, das Ganze.

Las Vegas ist da besser. Da geht es eigentlich nur eine Straße rauf und runter, und innerhalb von einer Stunde sieht man New York, Paris, Venedig und ärgert sich ein wenig, immer so viel Geld und Zeit fürs Reisen auszugeben, wenn ein einzelner kurzer Trip nach Las Vegas es getan hätte.

Ein Manhattan, deutlich kleiner als das Original, ist aufgebaut, inklusive Freiheitsstatue, Chrysler Building etc. Alles auf einem Fleck, und das bei besserem Wetter! Ähnliches gilt für Paris: Triumphbogen, Eiffelturm, alles da! Und sogar Venedig mit einem Kanal samt singendem Gondoliere, und das drinnen, also ganz unabhängig von Wetter und Tageszeit! Phantastisch.

Und dann wohnt unsereins auch noch in einem Schloss namens Excalibur. Es sieht zwar aus wie ein Casino mit angeschlossenem 28stöckigem Hotel, aber davon sollte man sich in seinem Traumschloss nicht stören lassen. Auch nicht von den müden Gestalten, die im Foyer übernächtigt an den Einarmigen Banditen sitzen, wenn man morgens ans Auschecken geht.

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Ich stehe da, schaue auf den Grund, warum die vielen Touristen hier sind, und sehe: nichts. Der Grund dafür ist, dass der Touristenmagnet hier Grand Canyon heißt, und der ist nun mal nichts weiter als ein großes Loch, und Löcher bestehen eben aus: nichts.

Gut, dieses Loch besteht aus viel Nichts. Sogar aus sehr viel Nichts. Ich versteige mich glatt zu der Aussage, dass ich nur selten so viel Nichts auf einen Haufen gesehen habe.

Gut, „Haufen“ ist jetzt auch das falsche Wort.

Beeindruckend ist dieses Nichtsein im Drumherumsein jedenfalls, und die vielen Touristen sind nicht grundlos hier. Denn ohne Grund weit unten fiele dieses Nichts nicht weiter auf. Sonst könnte man ja auch einfach irgendwohin fahren, nur um in die Luft zu starren. Wobei: Die NASA und andere treiben sehr viel Aufwand, um Leute dahin zu schicken, wo sie in so richtig richtiges Nichts starren können.

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Nächster Ort, nächste Straße. Man lässt sich vom Rest der Reisegesellschaft vor dem Motel, das man gebucht hat, absetzen. Nur um dann festzustellen, dass es an dieser Straße zwei Motels desselben Namens gibt. Und man sich natürlich am falschen davon hat absetzen lassen. Ich verfluche die Straßen hier. Weil sie einfach zu lang sind. Und zu viele Hausnummern haben. Und man vielleicht mal besser hätte aufpassen sollen.

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