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Posterbirds

Der dumme August bewarb gestern im Rahmen einer eigens anberaumten Release-Party mit Livemusik seine zweite LP im Sonic Ballroom. Das Vinyl trägt den Namen „zwei“, enthält ein Poster, das man super hinhängen kann, einen Downloadcode, den man super ins Internet eintippen kann, und ist handnummeriert. Freunde der Zahl 249 muss ich allerdings enttäuschen – die habe ich schon. Bin aber für Gebote aufgeschlossen.

Ansonsten ein Ereignis wie aus der guten alten Zeit: ankommen, an der Kasse außer dem Ticket nichts vorweisen und dabei Leuten ins Gesicht sehen. Das macht alles wirklich viel leichter; die elende Schlepperei, was Impfnachweise und Masken angeht, ist jedenfalls momentan vorbei. Bis zum nächsten Killermutantenvirus, aber das ist ja bereits angekündigt.

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Krumen KW15/16

Mein privates, aus Solidarität mit meinem Girokonto erlassenes Gas-Embargo wird gerade auf die Probe gestellt. Ärgerlich, wenn man um fünf Uhr aufsteht, gedankenlos vor sich hin lüftet und irgendwann bemerkt, dass es kalt ist. Dafür bringt der Einkauf frühmorgens um acht die Beobachtung, dass um diese Zeit circa 50 Prozent der Supermarktkunden maskenlos unterwegs sind, während ansonsten immer nahezu alle den Lappen vor der Schnüss haben. So bleibt wenigstens etwas, worüber ich nachdenken kann, während ich die nächsten acht Stunden ein Telefon bewache. Ansonsten ist das Tagwerk bereits vollbracht, sieht man mal vom Der dumme August-Konzert am heutigen Freitagabend ab.


Das eigene Altern bringt es mit sich, dass auch die eigenen Eltern altern, und man beim Besuch bei ihnen mit hervorragenden Handy-Fotos von ihrer zukünftigen Grabstätte begrüßt wird. „Da liegen wir dann demnächst.“ Als dann noch erwähnt wird, dass der Liegeplatz bereits bezahlt sei („Damit du das weißt, falls wir beide gleichzeitig sterben.“), vertreibt auch das frühlingshafte Essen (weißer Spargel „klassisch“) den Hauch des Morbiden nicht wirklich.


Es gibt nichts Besseres, als hoch nach Mijas zu wandern, dort eine Chorizo-Semmel zu verspeisen und während dieser Jause auf den campo zu blicken. Oder aufs Meer. Oder die Berge. Oder, wenn man klug ist, auf alles gleichzeitig. Das denkt man sich zumindest, wenn man dort sitzt und in den campo schaut oder aufs Meer oder auf die Berge oder, wenn man schlau ist, auf alles gleichzeitig.

Das denkt man sich auch noch, wenn der Flieger nach drei Stunden Flug in den Niederungen des oberen Rheindeltas landet. Das denkt man sich vielleicht noch, wenn das Plattenladenpersonal einem erst den Kauf vorbestellter Ware verweigern will, mit dem Argument, man sei so ekelhaft braun, was in einem politischen Kontext meines Erachtens ein valider Grund wäre, aber nicht, wenn es um Menschenrechtsfragen wie Urlaub geht. Das denkt man sich dann schon weniger, wenn man anschließend mit anderen Menschen, die dieses Menschenrecht auf langen Urlaub ebenfalls zu schätzen wissen, in der Sonne sitzt und fachsimpelt. Und wenn man abends zur Begrüßung bekocht wird, denkt man sich, dass es hier doch auch sehr okay sein kann, zumindest in den sonnigen Jahreszeiten.

Schön, wieder daheim zu sein. Und ausspannen zu können, als Vorbereitung auf den Frankreich-Urlaub demnächst.

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Zap 160 zum Zweiten

Kaum ist man mal einige Wochen weg, lungert’s schon auf der Fußmatte. Scholz-Content sowohl im neuen ZAP Hardcore Magazin (Seiten 18 und 19) als auch in dem Umschlag mit den neuen Geschäftsbedingungen eines Kreditinstituts (im Anschreiben). Und übrigens auch im nächsten Plastic Bomb Fanzine, die anderthalb Seiten liegen allerdings erst als noch zu druckendes PDF vor.

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ZAP 160

Angeblich ist das neue ZAP Hardcore Magazin erschienen. Ich kann das gerade nicht nachprüfen, da ich mich etwa 2.000km von meinem Briefkasten entfernt befinde, wo ich gerade an einer Kolumne für das Plastic Bomb Fanzine arbeite.

Scholz-Content ab Seite 12, wenn sich Redaktion und Layout nicht noch umentschieden haben.

now playing
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Hat-zi mein Schatzi!

Ich bitte zu entschuldigen, dass ich momentan nicht die Zeit finde, bei jedem, jeder und jed* in den Kommentarbereich des entsprechenden Postings etwas von guter Besserung, dass ich die Person in mein Gebet mit einschließe und der Verlauf doch bitte ein leichter sein möge, zu schreiben. Deswegen an dieser Stelle gesammelt: Ihr alle seid gemeint. Was macht Ihr denn auch für Sachen in Deutschland.

Ich befinde mich im Homeoffice in Sevilla, einer Stadt, die ohne Google Maps unbenutzbar ist. Ein Gewirr von Gässchen und kurvigen Sträßchen, an jeder zweiten Ecke ein Sakralbau, an jeder ersten Ecke etwas Gastronomisches mit Außenverzehr, vollgestopft mit Menschen, und das bis in die Nacht. Vermutlich, weil sie alle kein Google Maps auf dem Handy haben und deshalb nicht nach Hause finden.

Dann gibt es noch den Real Alcázar, eine Festung, einst von den Mauren gebaut und später von den Christen weiter aufgemotzt. Er ist bekannt für seine Pracht (sagt das örtliche Fremdenverkehrsamt), die, realistisch betrachtet, bloß gekachelt ist. Kacheln hier, Kacheln da, kommt man sich ein wenig vor wie im Baumarkt. Dazwischen dann fein ziselierte maurische Steinmetzkunst, die zwar wirklich schick anzusehen, ab dem zweiten Raum aber auch brechend langweilig ist. Es wird nicht alles besser, wenn man es ständig wiederholt.

Ich brüte weiter über Excel-Tabellen, siehe Foto. Im Hintergrund desselben übrigens die Plaza de España, wo Green Day 2019 mal live spielten, was man sich auf Youtube anschauen kann und was ich eigentlich nur erwähne, um ebenfalls erwähnen zu können, dass ich die Band in den Neunzigern mal vor wenigen hundert Leuten im Luxor zu Köln gesehen habe. Damals, vor der Pandemie.

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Costa del Scholz III

Trommeln, Trommeln aus der Tiefe. Ich kam mir vor wie Balin einst in Moria. Schläge stiegen empor, bis hinauf in den vierten Stock. Da ich nicht erwartete, auf gruselige Orkhorden zu schauen, wagte ich einen Blick aus dem Fenster und sah eine größtenteils weibliche Trommelgruppe, gewandet in lila Leibchen. Die Anführerin trug ein Megaphon mit sich und Parolen vor, in denen es vermutlich um den gerade stattfindenden Weltfrauentag ging; jedenfalls war viel von mujeres die Rede. Und die örtliche Paradestraße entsprechend voll.

Das war mal was anderes. Nicht, dass getrommelt wurde, das tun sie hier gerne und oft. Zum Beispiel beim carnaval. Oder auch, wenn sie mal wieder in einer Prozession Heiligenstatuen durch weihrauchvernebelte Gassen tragen, so wie wenige Tage zuvor. Oder, wenn sie sich im parque zwischen den Palmen treffen, um für eines dieser Ereignisse zu üben. Aber dass mal aus anderen als folkloristischen Gründen getrommelt wurde, war auch mal schön. Wäre es nicht ausgerechnet vor meinem Appartement gewesen.

Die Tage darauf dann weiter auf Weltreise, etwa zwanzig Kilometer gen Westen. Torremuelle heißt der Ort und besteht aus geschmackvoll zugebauten Berglein am Meer. Keine großen Hotelbauten – okay, einen gibt es natürlich, quasi als Statussymbol –, sondern urbanizaciónes, in Deutschland würde man sagen: gehobene Vorstadt, Speckgürtel. Nur dass hier im Serranoschinkengürtel alle einen Pool haben und ein bis zwei Einliegerwohnungen, die sie an Urlauber vermieten.

Beschaut man das Wahrzeichen des Ortes, einen eher alten aber hässlichen Turm, merkt man wieder mal, wie einfach das Spanische doch ist. „Torre“ heißt bekanntlich „Turm“ und „muelle“ offensichtlich „Müll“. Dafür gibt es ein paar Felslein zum Draufhocken und einen reichhaltigen Supermarkt. Und Busse und Bahnen, mit denen man den Ort verlassen kann.

Frei nach der alten Weisheit „bewohne stets das hässlichste Hochhaus im Ort, dann musst Du es nicht ständig sehen“ (Konfuzius zugeschrieben), sitzt unsereins gerade fünf Kilometer weiter auf seiner nächsten Station im zehnten Stock mit phantastischem Meerblick, von dem gerade nicht viel zu sehen ist, weil Afrika in der Luft liegt.

Es riecht nach Sand und es verwundert nur wenig, dass die Afrikaner alle nach Europa rübermachen, wenn ihnen die halbe Sahara wegfliegt. Wie heißt es doch so schön? „Eine Hand voll Heimaterde nahm ich mit ins fremde Land.“

Und während ich versuche, die Regenjacke vom Wüstenschlamm zu reinigen, trommelt es ans Fenster des Wintergartens, in dem ich sitze. Diesmal aus der Höhe, nicht aus der Tiefe.

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Costa del Scholz II

Mit dem Karneval ist es wie mit dem Fußball. Wer sich als Kind nicht dafür begeistert, ist seltsam, wer es als Erwachsener noch tut, hat keinen Verstand. Man schaue sich das Treiben doch nur einmal an: Seltsam Gekleidete benehmen sich befremdlich, hampeln herum und brüllen sinnloses Zeugs durch die Gegend. Und vom Karneval habe ich da noch gar nicht geredet.

Unsereins schüttelt da nur milde das weise Haupt und gönnt. Den Leuten ihr Feiern, selbst wenn es sich dabei um eine Art Zwangsjecke handelt. Sollen sie doch. Einundzwanzig war ein Jahr, in dem ich meine Ruhe hatte, jetzt wird halt wieder jefiert.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei, denkt sich unsereins, und wäre mit der Einstellung besser mal daheimgeblieben, denn die málagueños feiern den carnaval bis einschließlich den Sonntag drauf. In der Altstadt steht an jeder zweiten Ecke eine Gruppe, die mehr oder weniger gekonnt Musik von sich gibt, und eine große Bühne steht bereit, wo dann irgendwelche Höppemützjer zu wummernden Technobeats tanzen. Glücklicherweise tun sie das erst zu einer Zeit, die der Spanier für Abend hält, ich aber für eine Zeit, um heim- und zu Bett zu gehen.

Ich drehe meine Runden, knietief in Konfetti watend, mit dem alle ständig um sich werfen, und als ich wieder an die große Bühne gelange, transvestiert da gerade jemand vor sich hin, ein Herr in Tütü springt mit einer Regenbogenfahne über die Bretter, und ich komme mir vor wie daheim beim CSD.

Vielleicht ist das ja das Geheimnis dieser Stadt: Sie ist eine Art Kleinköln an der Sonne. Ebenfalls ein etwas groß geratenes Kaff, nur am Meer statt am Fluss. Sogar eine unfertige Angeber-Kathedrale gibt es hier, an der man immerhin Jahrhunderte gebaut hat. Wie soll man sich als Kölner da nicht zuhause fühlen? Die unsrige wäre doch auch noch nicht fertig, wenn sich ihrer im 19. Jahrhundert nicht die Preußen angenommen hätten.

So betrachtet, hätte man eigentlich auch zuhause bleiben können.

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Costa del Scholz I

Flughafen DUS. Ein großer Stapel Fußballbücher-von-Campino, darüber ein Schild „alle handsigniert“, drinnen tatsächlich Edding-Geschmier, wie man es ihm zutraut: schreibt, wie er singt. Einige Meter weiter Fan-Leiberl diverser Fußballereien, BVB, Bayern und Fortuna Düsseldorf und eben Die Toten Hosen. Keine Kommerzvorwürfe an dieser Stelle, weil achtzehn Euro für ein Shirt nicht übermäßig teuer sind und es sicherlich nicht leicht ist, ein mittelständisches Schaustellerunternehmen zu finanzieren, zumal in der Pandemie. Dann müssen sie sich allerdings auch gefallen lassen, dass ich hier schreibe, dass DTH der FC Bayern der deutschen Rockmusik sind.


Am Ort der Landung dann irgendwie Routine. Gepäck holen, Bahn in die Stadt nehmen und mit einem Sack voller Ruck auf dem Buckel das Gemietete aufsuchen. Irgendwie gewohnt; die anderen Farben, die anderen Straßen, die Berge vor blauem Himmel. Das erste Irritierende ist tatsächlich eine junge Deutsche, die laut in ihr Handy redet.
Kurz vor Sonnenuntergang latsche ich noch schnell zu meinem Strand um das übliche Angeberfoto – seht, ihr war im Meer! – zu machen. Pustesandkuchen – dort sind Bagger zu Werke, der Strand abgesperrt.

Okay, also einkaufen. Auch schön. Zu Abend gibt es Brot und ensalada rusa aus dem nächstbesten supermercado, wobei ich im Laufe des Mahles feststelle, dass der Salat etwa zeitgleich mit Putins Zarenstreich abgelaufen ist. Das kann wohl kaum ein Zufall sein.

Abschließend noch eine Runde durch die Altstadt, wo weniger los ist als im November. Dafür ist die Haupteinkaufsstraße immer noch dekoriert als zeichnete eine Fünfjährige auf Drogen dafür unverantwortlich. Der Spanier, er versteht viel von Lebensart, aber Stadtdeko ist nicht sein Metier.
Dafür Organisation. Beispielsweise, dass zu Stoßzeiten keine Müllfahrzeuge beim Entleeren der Wertstoffcontainer den Verkehr stören. Sie tun dies stattdessen um kurz nach Mitternacht. Zumindest teilweise, denn das Altglas wird erst um sechs Uhr morgens rum in einen Laster geschüttet, was immerhin ein interessanter Anblick vom Schlafzimmerfenster aus ist.
Urlaub auf Balkonien, sozusagen. Ich gehe jetzt erst mal zum Strand. Einem anderen.

Good to be back

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Happy Hartung!

Zu den überall im Internet und den sonstigen Medien geäußerten Behauptungen, Scholz habe eine Neujahrsansprache gehalten, teile ich hiermit mit: Das war ich nicht. Vor allem habe ich ganz gewiss nicht zu „Zusammenhalt“ aufgerufen. Der ist mir wesensfremd. Ich hätte auch gar keine Zeit gehabt, steifen Blickes steife Floskeln in eine Kamera zu sprechen, so beschäftigt war ich. Damit, ein sehr schönes Buch zu lesen („Companions – Der letzte Morgen“ von Katie M. Flynn), mich bis in die gegenwärtige Zukunft von Perry Rhodan heranzuarbeiten, und vor allem mit Sonstigem.Ansonsten war 2021 natürlich das schlimmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Das sagen alle. Und das sagten sie auch schon 2020, nach dem ersten Jahr der Pandemie. Und 2019, von 2018 ganz zu schweigen, sagten das, meine ich, auch schon alle. Es wird also zweifellos immer schlimmer. Und zwar exponentiell.Es sei drauf geschissen. Am besten, man entflieht dem allen. Es kann ja wohl kein Zufall sein, dass alle, die das Geld dafür haben, momentan ins All fliegen. Mehr als verständlich. Nur warum die alle wiederkommen, das erschließt sich mir nicht so recht.Deswegen: Mehr Webb wagen!

https://webb.nasa.gov/content/webbLaunch/whereIsWebb.html…

https://www.spektrum.de/…/jwst-sonnenschild-das…/1965424

https://www.youtube.com/watch?v=aICaAEXDJQQ

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Wenn schon Guerilla-Aktion mit Bart, dann doch bitte wenigstens richtig.