Vierzig Minuten in einer Schlange von Leuten zu stehen, die wählen wollen, hat irgendwie was von Globalem Süden. So à la erste freie Wahl in Afghanistan, als es dort noch besser war. Nun gut, Kabul – Köln-Mülheim, die Unterschiede sind ja nicht so groß. Dass man keine Farbmarkierung bekommt, sobald man gewählt hat, ist alles. Aber immerhin gab es einen Prittstift, um die Wahlbriefe zuzukleben. Mit einem Faden befestigt, damit ihn niemand klaut. Oder damit er nicht runterfällt, eine sinnvolle Maßnahme, da die Wählenden doch zumeist vom Alter gezeichnet sind. Aber besser vom Alter versehrt, als von einer Landmine. Insofern wählt es sich hierzulande doch vergleichsweise schön.
