Zurück in Mülheim am Rhein

Nach einigen Tagen als Haushüter im elterlichen semi-detached house in der Vorstadt ist die Rückkehr nach Mülheim am Rhein doch immer wieder erquickend. Beim Frühsport am offenen Fenster werden unten gerade die Tonnen geleert, was die frische Luft, die hereinweht, direkt würziger macht. Auf der Straße schreit zudem die Stimme eines Daleks irgendetwas durch die Gegend, was ich, vermutlich auf Grund mangelnden Drogenkonsums, nicht so recht verstehe.

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“, heißt es. Und auch, wenn mittlerweile als sicher gilt, dass Albert Einstein dies nie gesagt hat, obwohl ihm dieses Zitat oft zugeschrieben wird, merkt man dieser Aussage an, dass sie schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Mit Sicherheit wurde sie vor Erfindung des Pfandrückgabeautomaten gemacht.
Diese Maschinen erinnern, was die Trefferquote angeht, ein wenig an die Einarmigen Banditen in Las Vegas, mit dem Unterschied, dass vor letzteren Menschen mit leerem Blick ganze Nächte durchspielen, während sie vor ersteren innerhalb von Sekunden immer wütender werden, wenn mal wieder eine Flasche partout nicht angenommen werden will. Und das sind in der Regel die guten Plasteflaschen mit 25 Cent Pfand, eine Summe, die der durchschnittliche Mülheimer am Rhein auch nicht unbedingt einfach als Verlust abschreiben kann.

Die katholische Kirche schräg hier gegenüber wird auch von einer indischen Gemeinde benutzt, was den Umzug, den diese vor einigen Wochen machte, zu einem bunten Treiben werden ließ. Es wurden dieselben Parolen durch die Gegend gekräht wie in der Vorstadt auch, Krempel wie; „Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.“ Aber dabei viele knallfarbige Saris, bunte Wimpel und so weiter, schön anzusehen.
Da kann die Vorstadt nicht mithalten. Dafür hing am Pfarramt der katholischen Kirche, in der ich getauft wurde, neulich eine große Regenbogen-Fahne. Gut, dass diverse Päpste das nicht mehr erleben mussten.

Und jetzt widmet sich unsereins erst mal seiner Facebook-Timeline. Ein Musiker ist gestorben, mit dessen Werk ich mich nie auseinandergesetzt habe. Ehrlich gesagt, kann ich bis heute Black Sabbath und Judas Priest nicht so recht auseinanderhalten. Aber besser, man lernt spät als nie.

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