Uneingeladen kam sie herein, was einerseits unhöflich, aber andererseits wohl etwas ist, womit man rechnen muss, wenn die Schotten weit offenstehen. Wobei sich solche Gedanken eigentlich verbieten, da es sich um geradezu klassische Täter-Opfer-Umkehr handelt.

Nun ist sie jedenfalls drinnen und begutachtet mit erstaunlicher Ausdauer bereits seit Minuten meine Wohnung. Mal schwirrt sie hierhin, mal dort hin, mit ständigen Richtungsänderungen, die so wirken, als wüsste sie nicht so recht, was sie tut.

Weiß sie ja vielleicht auch nicht. Warum beispielsweise interessiert sie sich recht offensichtlich für den Wandkalender, aber nicht für die Plattensammlung, die viel interessanter ist? Vielleicht, weil Wespen nicht hören können?

Ich bin ein wenig ratlos und schaue mal, wie es mit Wespi weitergeht. Vielleicht habe ich ab jetzt eine Mitbewohnerin. Hauptsache, sie bringt nicht alle ihre Kumpel mit.

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Rückweg von dem Biergarten da in Riehl zwischen Colonia-Hochhaus und WoMo-Stellplatz, im Dunkeln zwanzig Minuten Fußmarsch heim. Wobei das Marschieren immer mehr zum Schlendern, zum Lustwandeln wird, weil ein großer goldener Mond am Himmel steht, als ich über die Brücke auf meine Seite des Flusses gehe. Eine Stimmung totaler Zufriedenheit, mit einem Hauch von Romantik.

Vorm Rewe dann Blaulicht, mehrere Streifenwagen und Polizei, die mit Leuten diskutiert, die weniger nüchtern sind als sie. Im Rewe an der Kasse blaffen sich dann ein Kunde und eine Kassiererin ausdauernd gegenseitig an, was mich dazu animiert, mich an der Schlange daneben anzustellen. Mülheim ist ein Jefööl.

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