Mein Drucker ist kaputt. Zumindest macht er Geräusche; und sonst nichts. Es ist schlimm und hört sich auch so an.
Nun ist es nicht so, als hätte ich noch nie einen Drucker repariert. Erst neulich fragte mich eine Person, ob ich ihr nicht bei der Reparatur ihres Geräts helfen könne. Was ich dann auch tat. An den Treibern rumgeschraubt, Druckköpfe raus und rein, das ganze Programm. Anleitung aus dem Internet gezogen, überflogen, auch da nichts gefunden.
Blieb die Hölle. Das schlimmste aller Medien, wenn es um anderes als seichte Unterhaltung geht: ein Youtube-Video. So ein schrecklich umständliches Filmchen, wo vom ersten Tag der Schöpfung an alles erzählt wird, wo man ewig glotzt, um Informationen zu bekommen, die man in Sekundenschnelle aus drei Zeilen Text hätte extrahieren können.
Und es ging um Hölzken, es ging um Stöksken. Was nicht alles die Funktion eines Druckers stören kann! Gleich der erste heiße Tipp: Es könne ja ein Stift in das Gerät gefallen sein… Ächz. Fehlte nur noch „schonmal aus- und wieder angeschaltet?“. Wir schraubten also hier, öffneten da, schauten hier, nur um nach wenigen Minuten festzustellen, dass das Problem ein Stift war, der irgendwie zwischen Druckkopf und Druckerpapiertransportwalze geraten war.
Ich bin mal gespannt, was ich aus meinem Drucker ziehen werde. Ich hoffe, es ist wenigstens nicht lebendig.
Dass ich ohne Drucker auch keinen Text fürs ZAP Hardcore Magazin abgeben kann, versteht sich von selbst. Zumal der Herausgeber AK Inkinator meines Wissens im tiefsten Afrika verschollen ist und ich keine Antworten auf meine vielen Fragen nach konkreten Abgabeterminen bekommen habe.
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Am Mittwoch spielen Protomartyr in Köln, und da ich die Band schätze, war ich so mutig, mir trotz der unruhigen Zeiten, in denen wir leben, am Samstag vor dem Auftritt ein Ticket im Vorverkauf zu sichern. In einem Laden, denn der Drucker ist ja zu kaputt, um ein Online-Ticket auszudrucken. Nummer 11, also denkbar knapp.
Nun ja, wenigstens genug Luft zum Atmen an dem Abend, und man muss ja auch nur elf Freunde sein, das reicht angeblich. Ich hoffe, die Leute da sind nett. Aber vielleicht wird es ja doch noch voll; bei der „Dookie“-Tour von Green Day hatte ich Nummer 008 oder so.
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Ich berichtete vor einiger Zeit, dass der nette Netto an der Ecke dicht gemacht hat, und bin der Leserschaft dadurch natürlich einen Bericht über den weiteren Verlauf der Geschichte schuldig.
Es ist so: Mittlerweile werden die Folgen mehr und mehr deutlich, weil der an derselben Kreuzung gelegene Rewe abstinkt. Das Ding ist sowieso eng, da ist es sowieso hektisch, und mittlerweile kommt das Personal kaum noch mit dem Nachlegen der Waren nach, weil es ständig zusätzliche Kassen besetzen muss.
Und was vor allem schmerzlich vermisst wird, ist der Netto-Pfandautomat; die beiden Maschinen von Rewe sind dem Ansturm nur selten gewachsen. So standen sie nicht mal in der DDR vor den Pfandrückgabeautomaten. Es geht alles den Bach runter.
Was tun? Tatsächlich weiter als zwei Minuten Fußweg zum Einkaufen in Kauf nehmen? Oder zum Lidl am Wiener Platz gehen? Einem Supermarkt, der einem pro Besuch fünf Monate Lebenszeit stiehlt, weil alles so nervt und man sich unwohl fühlt?
Vielleicht am besten umziehen. Hab sowieso gerade eine Nebenkostenvorauszahlungsanpassung von der Ausbeutervermieterin zugesandt bekommen.
Doch wohin? Zur Jahreswende wollte ich nach Málaga, neulich nach Berlin, zuletzt nach Solingen, weil ich dort sehr schön an der Wupper langgewandert war. Irgendwie ist es wohl überall am schönsten. Oder zumindest da, wo ich gerade bin.
