Samstagmorgen. In Ermangelung geeigneter Lektüre – die etwa zwanzig halb-, an- und biskurzvorendegelesenen Bücher, die über die Wohnung verstreut sind, lachen mich gerade nicht an – recherchiert Herr Sch. erst einmal im Internet, was er denn wohl lesen möchte, schaut dann im Online-Katalog der örtlichen Stadtbibliothek nach, was davon ebendiese gerade zur Verfügung stellt, um sich dann zu überlegen, ob er den zweitneuesten TC Boyle lesen will (den gibt es in der Stadtteilbibliothek ums Eck) oder doch den neuen (den es nur in der City gibt). Der ganz neue siegt, so dass es mit dem Fahrrad zur Zentralbibliothek am Neumarkt geht. Bzw. fährt.

Es fährt sich flott an einem Samstagmorgen, und neben der gähnenden Leere verhilft auch die relativ neue Angewohnheit der Stadt Köln, Fahrradschneisen durch die Stadt zu schlagen, indem dem Autoverkehr ganze Spuren weggenommen werden, der Fahrt zu angenehmer zeitlicher Kürze.

Wieder daheim werden erst mal stilsicher die Kinks aufgelegt; wenn man sich schon wie ein Boomer verhält, sollte man auch dessen Musik hören.

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Die beiden im ICE Mitreisenden einige Reihen vor mir fallen aus allen Wolken, als der Zugbegleiter ihnen erklärt, dass ihre Buchungen für den Vortag am heutigen Tag nicht gültig sind. Es ist aber auch kompliziert. Der Schaffner setzt zu einer Erklärung an, die Flughäfen und -zeuge beinhaltet, aber eine der Reisenden hat bessere Argumente: „Aber die waren doch so teuer!“ Gleichwohl, auch diese Entgegnung hilft nicht: Entweder ein „Flexticket“ nachlösen oder aber Ausweise zücken. Das könnten sie sich überlegen, bis der Schaffner gleich zurückkomme.

Als er kurz hinter Wolfsburg in Begleitung wiederkehrt, sind die beiden Fahrgäste bereits ausgestiegen. Wie sie nun ans Ziel ihrer Reise, Köln, kommen, weiß man nicht.

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Haushaltstipp: Keine Tetrapaks mit Milch auf dem Teppich platzen lassen.

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Ein älterer Herr auf dem Fahrrad steuert den Mülleimer an der Rheinpromenade an und hält in diesem nach Leergut Ausschau, um es dem klimpernden Inhalt seines am Lenker hängenden Baumwollbeutels hinzuzufügen. Dem Beutel, auf dem irgendetwas von „CDU“ und „Ideen“ (vermutlich guten) steht. Vermutlich ein Geschenk der Kleinunternehmervereinigung der Partei.

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Sonst noch ausgeliehen: Virginie Despentes – „Das Leben des Vernon Subutex“, Juan S. Guse – „ Miami Punk“

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