Wir Kölner kennen das, und wer am Mittelmeer unterwegs ist, kennt es auch: Überall haben die ollen Römer ihr Gerümpel herumstehen und -liegen lassen. Mal nur eine Straße oder eine einzelne Villa, hier und da ein oder zwei Tempel, mitunter ganze Amphitheater.

In Rom ist das alles noch viel schlimmer. An jeder zweiten Ecke lugt die Stadtmauer hervor, auf jedem dritten Platz stehen Souvenirs, die bei irgendeinem Kriegszug mitgenommen wurden, und zwischen Piazza del Campidoglio und Colosseo sieht es aus, als hätte eine Weltmacht ihr Kinderzimmer nach dem Spielen nicht aufgeräumt.

Darüber könnte man sich jetzt aufregen, allerdings wäre das lächerlich, denn genau deswegen ist man ja hierhergekommen. Schon ärgerlicher ist der ganze Kitsch, den wir wohl dem Barock zu verdanken haben. Verstehe beispielsweise jemand, was die ganzen Idioten am Trevi-Brunnen wollen. Gut, Geld reinwerfen. Kann man aber auch sinnvoller werfen: aus dem Fenster beispielsweise. Oder einem Bettler in den Becher. Aber gut, das müssen die Leute selber wissen.

Vielleicht suchen sie dort ja nur eine Erfrischung. Wobei man der Hitze deutlich unbedrängter entkommen kann, indem man einfach eine der Kirchen betritt, die hier äußerst zahlreich sind. Ich schätze mal, auf jeden Touristen kommen etwa drei davon. Man verlässt die eine, schräg gegenüber ist schon die nächste. Allerdings oft ebenfalls in Barock. Aber man kann ja die Augen zukneifen und tun, als betete man. Das auch als heißer Tipp an alle, die die Fotos dieses Beitrags schon auf Instagram gesehen haben; ich werfe mein Gerümpel halt überall hin, wo Platz ist.

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