Nur so

Zwischen zwei Urlauben für einige Wochen Heimat in Mülheim am Rhein. Die Bahnen fahren immer noch nicht über die örtliche Brücke, aber wer braucht schon ÖPNV, das Fahrrad tut’s auch. Damit kommt man auf der Brücke zwar auch nicht so voran, wie man gerne hätte (Rad-/Fußweg sind auf einer Seite gesperrt, es drängelt sich mitunter doch arg), aber immerhin geht es. Und kostet deutlich weniger. 7,50 Euro zahlt man mittlerweile, um mit dem ÖPNV in die City hinein- und aus ihr wieder zurückzukommen. Da kann man auch gleich im Internet bestellen, Paketporto ist günstiger.

Samstagabend, ich latsche noch mal kurz zum hiesigen Rewe-Markt, vor dem zwei blinkende Polizeiautos stehen sowie eine Handvoll Polizisten. Eine Polizistin unterhält sich gerade mit einem Mann (offensichtlich nicht Ziel des Einsatzes), ich höre beim Betreten der heiligen Konsumhallen nur den Gesprächsfetzen „Wenn jemand sagt, er wird mit einer Eisenstange angegriffen, kommen wir natürlich schnell und mit vielen Leuten“. Da ist man froh, in einer Waffenverbotszone zu leben. Wie der Angreifer die Waffe in den friedvollen Bezirk geschafft hat, würde mich dann aber doch mal interessieren.

Anderer Samstagabend, ich radle vom Balkonpflanzenpflanzen zum Stollwerck und schaue mir dort zusammen mit vielen anderen Acht Eimer Hühnerherzen an. Das Konzert ist nicht nur gut, sondern auch schön. Die Stimmung unterscheidet sich dann doch sehr von Auftritten von (beispielsweise) Terrorgruppe oder Hammerhead, aber es wird munter durch die Gegend gehüpft, und alle sind glücklich. Anschließend noch ein kurzer Plausch mit ausgewählten Musikanten, bevor die nach Bochum ins Hotel entschwinden, das sogar ein Spa hat. Unsereins tut ebenfalls was für seine Wellness und stellt fest, dass es nachts nur zwanzig Fahrrad-Minuten bis zum Daheim sind. Im Gegensatz zur Hinfahrt am Nachmittag, als man sich vor den Messehallen den Weg freiklingeln musste. Was interessanterweise besser gelingt, wenn man die radwegblockierenden Fußgänger von hinten anklingelt, als wenn man bereits fünfzig Meter klingelnd von vorne auf sie zugefahren ist.

Dann beende ich den Text mal mit der Platte des Tages. Denn eigentlich habe ich ihn nur geschrieben, weil ich mich nicht recht entscheiden konnte, ob ich die Original- oder die Neuauflage von „Cooler Parkplatz“ auflegen sollte.

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