Die Leute sollten nicht in den Urlaub fahren dürfen.
Seit gestern piepst es. Als Ursprungsort habe ich ein Gebäude schräg gegenüber im Verdacht, und als Urheber einen Wecker. Von meiner kleinen Blumenwiese aus stelle ich mir natürlich vor, dass da jemand den Wecker, den er gestellt hat, um rechtzeitig seinen Urlaubsflieger zu erwischen, nicht ausgemacht hat, und hoffe, dass die Schrei-Uhr batterie- und nicht netzbetrieben ist, damit das Generve irgendwann ein Ende hat; denn noch haben wir nicht Winter und nicht ständig Stromausfälle, weil alle gleichzeitig ihre Heizlüfter anwerfen.
***
Es war klar, dass da etwas Unglaubliches, ja Unerhörtes geschah. Die Gewitter über dem Kanal zeigten es nur zu deutlich. Und tatsächlich: Am Donnerstag war dat Lisbeth tot.
Gewitter sind Boten von Schlimmem, und neben dem Tod einer steinalten Britin künden sie vor allem von schlechtem Wetter. Weswegen man sie eigentlich nicht in näherem Umkreis des Zeltes haben will, in und vor allem vor dem man gerade wohnt.
Wobei das Wetter bis kurz vor Liz‘ Ende durchaus auch seine Sonnenseiten hatte. Und mal ehrlich: So am Meer ist eigentlich alles gut, vor allem, wenn das Wasser schön schwimmbar ist. Und wenn man nach drei Jahren endlich mal wieder am Stamm-Ort für die verlängerten Wochenenden ist, erst recht.
So also das Zelt einen Tag früher als geplant abgebaut und nach Paris zur Maison&Objet gefahren, einer Messe für Gedöns. Krempel, den man im Haus aufstellen kann. Deko. Skier im 1920er-Jahre-Style, die man irgendwodran lehnt. Viel Indienkitsch aller Art. Und sonstiger Mist. In meiner Freizeit ginge ich da eher nicht hin. Aber alleine schon für das schöne Gefühl, den Wagen mit Super für 1,53 Euro pro Liter betankt zu haben, einen Besuch wert.
***
Samstagabend Spaziergang um den Block, um in der örtlichen Punkkneipe eine Karte für das Konzert von SHIRLEY HOLMES und Illegale Farben zu erstehen, weil ich letztere ja super finde, vor allem live.
An Vorverkaufsstelle / Kneipe / Konzertort angekommen, stelle ich fest, dass da an diesem Tag auch ein Konzert ist. Kann man ja mal mitnehmen, und ist dann auch recht schön. The Scum Orchestra aus Finnland machen was, wo auch akustische Gitarre und Waschbrett drin vorkommen. Das kann eigentlich nur schief gehen, ist in dem Fall aber flott und gut; Finnen halt. End of Pipe sind auch durchaus angenehm anzuhören. Ich bezahle noch meinen Deckel („der Kanzler-Deckel“, weil ja Scholz) mit den zwei Colas drauf und latsche die drei Minuten wieder nach Hause.
Daheim lausche ich noch ein wenig den Klängen der aktuellen LP von Syndrome 81, die wirklich gut ist, und wo sie u.a. von den „rues de Brest“ singen. Man sollte mal wieder in den Urlaub ans Meer.
Quellenangaben:
End Of Pipe:
The Scum Orchestra:
Syndrome 81:
Illegale Farben:












