Konzert von Die Liga der Gewöhnlichen Gentlemen, ich treffe auf einen Menschen aus einer Stufe drüber, den ich seit seinem Abitur vor etwa dreißig Jahren nicht mehr gesehen habe. Er: „Wir haben uns ja seit 30 Jahren nicht mehr gesehen!“ – Ich: „Stimmt. Und damit sind wir ja eigentlich ganz gut gefahren, nicht wahr?“ Hoffen wir mal, dass dieser charmante Scherz auch als solcher aufgefasst wurde.

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Großes Geschrei im Supermarkt. Ein Herr war in einen Stapel Einkaufskörbe gekippt, kam nicht mehr hoch, und der Herr neben ihm rief nach Hilfe. Die auch sofort in Form von drei Mitgliedern des Verkaufspersonals angestürmt kam, was wirklich vorbildlich war.

Es wurde sich um den Mann gekümmert, eine Supermarktmitarbeiterin lief auch sofort in die Getränkeabteilung, eine Flasche Wasser (still) zu holen. So weit alles so, wie man sich das wünscht. Dass sie mit der Flasche allerdings als allererstes zur Kasse rannte, um sie von der Kassenkraft ausbongen zu lassen, irritiert mich jetzt noch.

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Zurück vom Kiosk, eine Tüte Chips und eine Flasche Club Mate in der Hand, treffe ich auf eine Nachbarin. Sie sieht den Einkauf und fragt prompt: „Bist Du Hacker?“ So einfach ist das also.

Ich erzähle die Wahrheit, erzähle, dass ich zwar auch so Computerscheiß für meinen Arbeitgeber mache, aber kein Hacker sei. Selbstverständlich tue ich dies in einem Ton, der auch eine geheime Hackerkarriere nicht ausschließt. Ein wenig gefährlich zu wirken, ist ja nie falsch.

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Ich sage „Danke“ für die vielen Geburtstagsglückwünsche, die mich dieses Jahr auf allen möglichen Kanälen erreicht haben; ich habe jeden einzelnen davon gehasst.

Ich frage mich, was in Menschen vorgeht, die andere Menschen zum Geburtstag beglückwünschen. Sie darauf hinweisen, dass sie wieder ein Jahr älter und somit mehr als doppelt so alt sind, wie es ihr großes Idol (Sid Vicious) überhaupt geworden ist. Sie darauf hinweisen, dass sie so viel älter geworden sind als die vielen Drittweltbabys, die nicht mal ihr erstes Jahr überleben. Sie darauf hinweisen, dass sie das Elend dieser Welt immer noch nicht hinter sich haben.

Es ist ja nicht so, dass der eigene Geburtstag ein Anlass zum Jubel wäre. Vor der Geburt, da hatte man es gemütlich. Man hatte Leute, die sich um das Wohlergehen kümmerten. Schön war das. Seit der Geburt hat man nicht mal mehr eine Nabelschnur, die einen mit dem Nötigsten versorgt. Alles muss man selbst machen.

Tag für Tag nur atmen, essen, trinken – das Leben ist eine einzige Qual. Ach was, eine einzige: Es besteht aus tausenden von Qualen. Und das Tag für Tag.

Geburtstagsgrüße – wenn ich die schon höre. Geburtstagsgrüßen darf nur Mama, die hat sich das verdient, die lag stundenlang in den Wehen. Wobei die einem die Scheiße namens Leben erst eingebrockt hat. Doofe Kuh. Geburtstag, das ist der Tag, an dem die eigene Mutter einen zum ersten Mal rausschmiss. Ein Grund zum Feiern? Eher nicht.

Aber vielleicht waren die ganzen Grüße ja bloß gehässig gemeint. Dann will ich nichts gesagt haben.

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