Der Stupa in Bodnath ist etwa 36 Meter hoch, sagt Wikipedia, und die halbrunde Kuppel hat etwas von einem Kernkraftwerk, sage ich. Allerdings bereits im 5. Jahrhundert erbaut, und damit deutlich langlebiger als ein Kernkraftwerk; zumindest als ein deutsches. Und er guckt grimmig.

Ein Stupa ist ein buddhistisches Heiligtum, und die religiöse Praxis besteht hauptsächlich darin, um ihn herumzuspazieren. Im Uhrzeigersinn. Dabei dreht man ab und an eine der kleinen Drehtrommeln, die in die Wände eingelassen sind. Vor allem im Abendgrauen sind viele Menschen unterwegs (im Morgengrauen angeblich auch – da bin ich allerdings mit Anderem, beispielsweise Schlafen beschäftigt, falls die Straßenköter nicht ausgerechnet direkt unter meinem Fenster kläffen), es breitet sich eine ruhige, entspannte Atmosphäre aus, die sich von einer der rumstehenden Sitzbänke aus gut anschauen und sogar genießen lässt.

Man sitzt da, schaut der vorbeiziehenden Menge zu und wundert sich ab und an, dass der Strom an Menschen nicht versiegt, bis einem wieder auffällt, dass es immer dieselben Leute sind, die im Kreis gehen, einer endlosen Prozession gleich. Ob die Worte Stupa und stupide zusammenhängen, weiß ich nicht, „meditativ“ ist vielleicht das freundlichere Wort für diesen Brauch.

Irgendwann gehen dann aber doch alle heim, die Reihe lichtet sich, und man selbst setzt sich ins nächste Restaurant ab. „Utpala“, drei Currys und Berge von Naan sowie Säfte für zwei Personen ungefähr zwölf Euro. Also eher Edelrestaurant. Sitzen im Freien, alkoholfrei.

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