Wehmut kommt nicht auf, wenn es von Dhaka aus heimgeht. Keine schöne Stadt. Eher eine menschgemachte Katastrophe, so dass unsereins am letzten Tag der Reise das Hotel gar nicht erst verlässt, sondern GTA-Videos auf dem Smartphone guckt. Die Luft ist sozusagen raus, was bei der Luft von Dhaka nicht weiter schlimm ist, da sie größtenteils aus Abgasen besteht. Ohne Teerlunge kommt hier keiner raus.

Beim Zwischenstopp in Doha ist man dann regelrecht erfreut, dass man beim Wechsel vom Flieger in den Bus eine Prise frischer Luft abbekommt. Der Anschlussflug nach Frankfurt (Main) verspätet sich dann um über eine Stunde, die unsereins unter anderem dafür nutzt, dem Regen beim Einnässen der Landebahn zuzuschauen. Da kommt man einmal in die Wüste, und dann regnet es. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das als Zeichen werten soll. Und falls ja, wofür dies ein Zeichen ist.

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Frankfurt, Perle am Main. Das Erste nach der Landung sind unwirsche Grenzer, die beim Ausstieg aus dem Flugzeug die Pässe sehen wollen. Erstaunlich, wie unfreundlich-aggressiv man die Worte „bitte“ bzw., „please“ ausspeien kann. Genau so stellt man sich Deutschland und die Deutschen vor. Willkommen daheim.

Die erste Rolltreppe gleich kaputt, ewiges Warten aufs Gepäck, und irgendwann hat man sich per Shuttlebus und Nachfragerei zum Fernbahnhof durchgeschlagen, wo man einen verspäteten ICE nach Köln bekommt. Gegen 11 Uhr dann daheim.

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Der Handywecker klingelt, panisch wache ich auf und weiß nicht, wo ich bin. Es dauert lange, sehr lange, bis sich die Bilder zu einem Ganzen zusammensetzen. Zu einem Raum, den ich kenne und der sich in meiner Wohnung befindet. Die Vermutung, dass dies bedeutet, dass ich eher keinen Flug erreichen muss, wird zur Gewissheit, als mir einfällt, warum der Wecker klingelt: Ich will mir JOSEPH BOYS im Sonic Ballroom anschauen, ein Vorhaben, das ich trotz Jetlag auch umzusetzen schaffe, Club Mate sei Dank. Gute Band, gute Show, gerne wieder.

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Der erste Arbeitstag im Heimbüro ist dann eher öde. Keine Anrufer, denen man von den irren Erlebnissen in Bangladesch erzählen könnte, stattdessen Bürogedöns. Aber wenigstens ist in der eigenen Wohnung nicht alles voller Menschen, kein Muezzin kräht frühmorgens in kontinenteversenkender Lautstärke und die paar Abgase, die von der Straße nach oben wehen, atmet man locker auf Lunge. Vielleicht haben die ganzen Lokalpatrioten doch Recht und Köln ist wirklich die schönste Stadt der Welt. Im Vergleich zu Dhaka ist Köln jedenfalls ganz weit vorn.

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