Die Überquerung des Rio Guadiana dauert, je nachdem, von welcher Seite man kommt, nur kurz oder aber sehr lange. Das liegt nicht an seiner Breite, sondern daran, dass er einen Teil der Grenze zwischen Portugal und Spanien bildet, und damit auch die Grenze zwischen zwei Zeitzonen. Da es in Portugal stets eine Stunde später als im Nachbarland ist, dauert die Fahrt über die Brücke mehr als eine Stunde, wenn man nach Spanien fährt. Und umgekehrt, also auf dem Weg nach Portugal, reist man sogar in der Zeit zurück.

So gesehen ist der Río Guadiana (so die spanische Schreibweise), je nachdem, einer der schmalsten oder breitesten Flüsse der Welt. Denn Raum und Zeit hängen nun mal zusammen, wer das nicht glaubt, schlage bei Einstein nach.

Unsereins war nach Spanien unterwegs und verlor eine ganze Stunde seines Lebens, die er sich einige Zeit zuvor mühsam per Flug nach Lissabon erarbeitet hatte. Die gibt einem auch keiner wieder. Genau so wenig wie die vielen Stunden, die man per pedes durch Sevilla latschen musste. Wie üblich.

Eine Stadt, die zu viele Menschen mit Erektionsproblemen gesehen hat. Die Gebäude errichten mussten, eines prächtiger als das andere, wenn es schon zu etwas anderem nicht reichte. Eine Stadt mit Gässchen, häufig so gerade wie eine verknotete Schnur, mit einigen meiner Lieblingsbäume auf dem Plaza del Museo, und mit Restauration an wirklich jeder Ecke.

Um jede der wirklich vielen Kirchen schart sich das, was man mangels eines besseren Wortes (denn man ist ja Kölner und kann nur wenig Spanisch) als Veedel bezeichnen könnte.

Und überall wuselt es. Nicht so wie in Kathmandu und Dhaka (um hier mal weltmännisch die beiden asiatischen Städte, in denen ich mal war, anzuführen), aber auch sehr. Die Straßenrestauration ist stets voll und sieht so aus, als würden hier im Süden mehr und dickere Winterjacken abgesetzt als oben in Deutschland. Aber anders lässt sich bei vierzehn Grad und einem leichten, aber fiesen, geradezu hinterlistigen Wind wohl nicht dinieren. Zumindest nicht im Freien und mit Genuss.

Apropos Genuss: Den heutigen Tag beginnt man am besten mit The Clash. Das wollte ich nur mitteilen, deswegen schreibe ich das hier.

Also bitte:

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