Zurück aus dem Urlaub. Zumindest gedanklich. Für die Rückreise nach Deutschland fehlen mir derzeit Lust, Antrieb und Kraft. Und bessere Wetterberichte. Dann doch lieber in Shirt und Shorts im *mobile office* sitzen und das ganzhe brutale Programm abspulen: Handy nicht mehr auf stumm, E-Mails beantworten und an Excel vorbei aufs Meer schauen.

Und ab und zu auf den paseo maritimo, z.B. um krebsrote Engländer zu bekopfschütteln. Oder den Schwarzafrikanern dabei zuzuschauen, wie sie ihr aus Markenturnschuhen, Sportverein-Shirts und mindestens ebenso echten Luxushandtaschen bestehendes Warenangebot ausbreiten. Alles auf Bettlaken, die man mittels Schnüren, die an allen vier Ecken der Betttücher befestigt sind, blitzschnell wieder abbauen kann, um fix weg zu sein, wenn die Schmier* (der Stern steht hier für eine Fußnote; Weiteres siehe dort) kommt. Oder den Menschen, die sich nur zehweise ins Wasser trauen, weil es ihnen zu kalt ist. Als wären aktuell 14,5 Grad nicht ausreichend für eine wohltuende Plantscherei.

Es fühlt sich erstaunlich normal an, das Meer, das Wetter, das alles. Ich glaube, der Mensch gewöhnt sich an alles.

Jetzt erst mal Feierabend, Nudeln mit Tomatensauce kochen. Warum ich wirklich jedes Mal, wenn ich dieses Gericht koche, weiß trage, werde ich vermutlich nie verstehen. Vermutlich irgendsoein Punkerdingens, Selbstsabotage und so. Auch so was, wovon unsereins nicht mehr runterkommt. Ich glaube, der Mensch gewöhnt sich an alles.

Irgendetwas fehlt. Vermutlich der dritte Punkt, an den der Mensch sich gewöhnt. Den habe ich aber nicht, sondern nur zwei. Was diesem dahingeschmierten** Text eine Unwucht und Unrundigkeit verleiht, die stört. Ich glaube, der Mensch gewöhnt sich doch nicht an alles.

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* Schmier: Kölsches Wort für Polizei

** „hinschmieren“ hat übrigens nichts mit dem kölschen Wort für Polizei (siehe * ) zu tun.

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