Das Alter. Man tut eigentlich nichts mehr, außer auf die letzte große Reise zu warten. Und wenn da eh‘ noch eine ansteht, zudem eine ziemlich ewige, kann man sich die ganze Reiserei bis dahin auch sparen. Einfach mal in heimischen Gefilden bleiben, in der erweiterten Nachbarschaft. Das kostet wenig Geld und erspart einem einen Berg von Klimaschuld.

Statt zu reisen kann man, bevor man sinnbildlich „über die Wupper“ geht, auch wortwörtlich über die Wupper gehen, wie unsereins es neulich tat. Von der Müngstener Brücke aus zur Seilbahn, die einen zu Schloss Burg hoch und wieder runtertrug. Es muss nicht immer Amerika sein. Zumal man sich die Wanderbegleitung von dort eingeflogen hatte. Ein wunderbares Abenteuer, aus dem man mit der Gewissheit hinausging, eine Schwebefähre fahren zu können. Wer weiß, wann man diese Fertigkeit noch mal braucht, wenn hier alles zusammenbricht.

Einen Tag später feierte Mick Jagger seinen Jubeltag. Ich war an diesem Datum zum 80. Geburtstag eingeladen. Die Feier fand in Hilden (Kreis Mettmann) statt, und hatte alles, was man von einem solchen Ereignis erwartete: exotisches Essen (Chinesisch) und Roboter-Kellner. Die Jubilarin war allerdings nicht Mick Jagger, sondern eine Verwandte, und nachdem ich morgens in der Zeitung gelesen hatte, dass Herr Jagger irgendwo im 99. Stock wohnt, hätte ich auch gar keine Lust gehabt, bei seiner Feier dabei zu sein. Wobei dieses Detail natürlich erklärt, warum Mick in dem Alter noch so fit ist; wer täglich seine Einkäufe bis in den 99. Stock schleppt, ist offensichtlich bei guter Gesundheit. Zumindest körperlich.

Dasselbe gilt für Menschen, die nächstes Jahr auch schon fünfzig werden, wohl auch. So viel rumgesprungen wie beim Konzert von The Drowns im Sonic Ballroom Mitte des Monats bin ich schon lange nicht mehr. War aber auch zu schön. Eine Band, die nicht allzu schnellen Punkrock spielte, der zusätzlich zum Rumhüpfen auch noch zum ein wenig vor sich hin shaken, rattlen und rollen anregte. Musik von Menschen, die sich nicht zu schade sind, „Ballroom Blitz“ in mehr oder weniger Originalversion nachzuspielen. Und die auch mal einen Song unterbrechen, weil die Meute dem Sänger die Brille von der Nase schlägt. Versehentlich.

Vorband TV Cult, auch sehr schön, aber ganz andere Baustelle, die man sich am besten anhört. Servicelink in den Kommentaren.

Nun erst mal entspannen, ebenfalls quasi vor der Haustür, in Porz. Eine ehemalige Stadt, die so viel zu geben hat. Beispielsweise die S-Bahn-Linie 12, die einen nächsten Samstag nach Ehrenfeld zum BallroomBlitz! Festival #11 fahren kann. Man sieht sich dort.

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