„Den Rhein hinauf und den Rhein hinab, bei Wind und Wetter, das kostet Kraft“ sangen die Bläck Fööss einst, natürlich auf Kölsch, und natürlich reimten sich die Zeilen da und das Versmaß war auch auf den Punkt. In dem Lied geht es um einen Rheinschiffer, der mit seinem Frachtkahn den Fluss auf- und abschippert, und seit letztem Sonntag kann ich das ein wenig nachvollziehen.
Nicht, dass ich Boot gefahren wäre, aber immerhin Fahrrad. Und immerhin bis Monheim. Was zwar nur gut zwanzig Kilometer sind, mit verfahren aber insgesamt knapp fünfzig Kilometer und vor allem: Den Rückweg nach Mülheim am Rhein bei Gegenwind, was bestätigt, dass es deutlich anstrengender ist flussaufwärts.
In Monheim war ich, weil es dort einen Kreisverkehr gibt, der wie ein Plattenspieler aussieht. Auf den spektakulären Aufnahmen im Internet sieht das auch nett aus, vor Ort scheitert das Machen guter Fotos daran, dass es nirgends eine Aussichtsplattform oder sowas gibt. Aber immerhin kann man einige Runden im Kreis fahren und sich vorkommen wie eine Schallplatte oder, genauer, wie die eine Stelle in dem einen Hit da. Ich wünschte nur, die Künstlerin hätte die Installation nicht „Haste Töne“ genannt.
Wo ich schon in Monheim und im Kunsttaumel war, schaute ich mir auch noch „Das Rheinprojekt“ an. Ein Mensch ist monatelang den Rhein entlanggewandert und hat dabei etwa 50.000 Fotos von Fluss und anderem Ufer gemacht. Die besten ausgewählt und zusammengeklebt.
Herausgekommen ist eine Art Schlange, achthundert Meter lang, die man in Monheim im sechsten Stock eines Parkhauses aufgehängt an. Man kann sie sich für fünf Euro anschauen. Karten nur im Vorverkauf, hinzu kommt noch eine Servicegebühr, wenn man sie im Internet bestellt. Was mich ein bisschen geärgert hat; aber da ich bereits bis Leverkusen geradelt war als ich mir das Ticket bestellte, war es mir dann auch egal.
Für das Abgehen der Rheinschlange braucht man etwa eine halbe Stunde, interessant anzusehen ist das allemal, ob man dafür nach Monheim in ein zugiges Parkhaus will, muss man selber wissen.
Infos und Fotos schlage man bitte im Internet nach, ich poste hier lieber den Bläck-Fööss-Song.
