Nach glorreichem Anfang lässt der November jetzt schon nach. Die ersten beiden Tagen waren prima. Der November tat Novembriges, also das, was man von ihm erwartet und — wie ich finde — auch verlangen kann: grau sein. Am ersten direkt ein Hammerhead-Konzert, am zweiten ein neues Album von The Cure. Passt doch.

Und dann das böse Erwachen am dritten des Monats. Sonnenschein, Top-Wetter, man wird zu einem langen Spaziergang im Wald geradezu gezwungen. Vielleicht gut fürs Gemüt, aber die mühevoll aufgebaute depressive Laune ist natürlich erst mal im Dups. So kann ich natürlich nicht vernünftig schreiben, der Künstler bedarf bekanntlich der Depression, um seiner Genialität Ausdruck zu verleihen.

Also erwähne ich besser nicht, dass ich HAMMERHEAD dufte fand, auch musikalisch. Obwohl ich ja mehr wegen der Ansagen gekommen war, die auch nicht enttäuschten. Die Länge des Konzerts ebenfalls exzellent, unsereins hatte sowieso arge konditionelle Probleme. Bolzenschuss eine würdige Vorband.

Höhepunkt des Abends natürlich die Erkenntnis, dass Gizeh-Blättchen-Packungen Magneten eingebaut haben. Hätte ich das 35 Jahre früher gewusst, wäre ich Raucher geworden. Aber auch so beruhigt die Leerpackung, die ich geschenkt bekam, überaus: Das Öffnen und Zuschnappenlassen hat durchaus etwas Meditatives. Ich glaube, ich arbeite jetzt lieber weiter an meinem November-Mix; der Übergang von „Ballonseide“ zu „Friday I’m in Love“ ist schonmal klasse.

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