Fünfuhrachtundzwanzig aufgestanden und ein wenig Spazieren gewesen; es ist schon praktisch, einen Fluss, an dem sich lustwandeln lässt, um die Ecke zu haben. Danach dann erst mal Arbeit; es empfiehlt sich, E-Mails nach Nepal früh loszuschicken, weil sie dort knapp fünf Stunden später haben. So haben sie noch den ganzen Nachmittag Zeit, zu antworten.

Danach dann wieder was gelernt: Die Zolltarifnummer für Holzsärge ist 44212000.

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Irgendwann in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es mal eine „Ramones Tribute Night“ in Düsseldorf. Zig Bands zollten Tribut (womit auch der Bezug zum ersten Teil dieses Textes hergestellt wäre), an die Wand gespielt wurden sie alle von den Sloppy Seconds, die, meine ich, nicht mal angekündigt waren. Auf dem Trödelmarkt am Samstag dann die abgebildete CD für vier Euro, die mir bisher unbekannt war und die beste ist, die ich von der Band kenne. Äußerst schöne Start-in-den-Tag-Platte.

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Neulich war ich in Berlin, sozusagen erstmals. Anlass war das Abschiedskonzert der Terrorgruppe, kombiniert mit einem Besuch bei der dortigen Verwandtschaft, die ich selbstredend mit zum Konzert schleppte, wo sie Beobachtungen von sich gab („Die Leute hier haben alle die gleichen T-Shirts wie du.“). Ich ließ sie prompt stehen, als die Band mit „Nazis im Haus“ in den Auftritt startete, wühlte mich nach vorne und verblieb dort, hampelnd, hüpfend, schubsend. Und fühlte mich wieder wie mit Mitte zwanzig. Oder eher doppelt so alt, immer nur songweise pogend. Nun wissen wir auch, warum Punksongs immer so kurz sind: Alles Vorsorge, damit man auch im Alter noch anständig mitmachen kann. Im Laufe des Konzerts wurde es dann aber prinzipiell einfacher, man musste sich nicht mehr irgendwo reinschmeißen, sondern konnte durch die Reihen glitschen; wir waren *ein* Schweiß.

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Berlin sonst so: Wunderbar. Viel Wasser, viel Grün, viel zu sehen. Eine Enttäuschung lediglich die Berliner, die gar nicht so unfreundlich sind, wie ich mir das auf Grund von Erzählungen erhofft hatte. Im Gegenteil: So viele ohne Ausnahme freundliche Menschen habe ich noch nie erlebt, außer unter den Besuchern bei Gamescom und Fitness- und Bodybuilding-Messen. Ich habe mir allerdings sagen lassen, dass die gute Berliner Laune im Winter, wenn es dort im Osten bereits um gefühlt dreizehn Uhr dunkel wird, deutlich geringer ist. Keine Lust, das auszuprobieren; warum bei Kälte durch Berlin laufen, wenn man es auch bei knapp vierzig Grad tun kann.

Der Netto-Markt an der Ecke schloss am Samstag seine Tore. Für immer. Er war einer von den Guten. Ein Laden, wie ihn sich die Supermarktketten nur halten, damit die ganzen verkrachten Existenzen dort einkaufen und nicht der Kundschaft in den Premium-Lagen im Wege sind. Wo alles etwas dreckiger ist. Wo mehr geklaut wird. Wo die Kunden auf Drogen – legalen, illegalen, scheißegalen – sind. Wo es an der Kasse öfters mal was länger dauert, und das selten am Personal liegt. Dem Personal, das überforderten Menschen half, Kleingeld zusammenzusuchen, und das einem, wenn man kurz vor Ladenschluss noch schnell Chips und Schokolade holte, mit den Worten „da wird aber auch einer immer dicker“ noch einen schönen Abend wünschte.

Alles hin, alles fort. Was da wohl einzieht? Früher wäre es Schlecker gewesen. Heutzutage ist es wahrscheinlicher ein Barber-Shop, der als Konkurrenz zu den drei anderen in der Straße auch dringend benötigt würde. Am liebsten wäre mir aber ein Lieferdienst, dessen Fahrern man dann immer übern Weg laufen kann, wenn sie gerade lossprinten wollen. Ich denke, ich kaufe mir einen Rollator.

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Die letzte Woche verbrachte ich im Homeoffice, die davor auf Konzerten. The Death Set waren super, Clowns auch. Bei Letzteren stellte sich bei mir nur irgendwann eine gewisse Langeweile ein. Als ich auf die Uhr schaute, waren die gerade erst seit zwölf Minuten auf der Bühne. Ich bin halt eher ein Popper und dann auch nicht bis zum Ende geblieben. Gewinner der Woche waren klar STIFF RICHARDS. Die gingen ab, und vor allem tat das Publikum es auch. Alles bewegte sich und man suhlte sich gemeinsam im Schweiß. Lange nicht mehr so viel Spaß gehabt. MDC am Freitag verpasste ich, weil ich Leute traf, aber wenigstens war ich auf die Minute pünktlich zum Konzertende wieder da. Samstags dann EA80, auch im Sonic Ballroom, und es war schön. Vor allem die launigen Ansagen, was Teile der Anwesenden dann schon wieder unpassend fanden. Merke: Jede Band darf nur genau *eine* Stimmung bedienen.

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Über die Qualität des neuen ZAP Hardcore Magazin kann ich nichts sagen, weil ich es noch nicht zu Gesicht bekommen habe. Ich weiß nur, dass es keinen Scholz-Content enthält, weil ich eher unmotiviert war. Mea culpa. Zum Ausgleich habe ich fürs nächste Plastic Bomb Fanzine auch direkt mal abgesagt. Fragt sich, ob irgendwer ewiggleiche Kolumnen mit irgendwas übers Mittelmeer vermisst.

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Gutes Stichwort. Nachdem das Mittelmeer auch langsam seinen exotischen Reiz verliert, habe ich mir was ganz Wildes ausgedacht: Ich fahre nach Berlin, Dienstag, 15:10 Uhr fährt mein Zug im Hauptbahnhof ein. Pünktlich, wie man die Deutsche Bahn AG kennt.

Nicht, dass ich nicht schon mal in Berlin gewesen wäre. Und zwar im Rahmen einer Tour mit einer Band, und irgendwie fand ich Berlin eher nicht so besonders. Man kommt an, schleppt Verstärker auf irgendeine Bühne, streitet sich danach mit Besuchern, die ihre Jacken am Merchandise-Stand lagern wollen, räumt danach die Verstärker wieder in die Karre, bezieht irgendwann ein Bett („beziehen“ an dieser Stelle analog zu „ein Haus beziehen“), steht verkatert auf und lässt sich in die nächste Stadt kutschieren. Also auch nicht anders als Unna, Jena oder Kassel.

Aber vielleicht kann Berlin ja mehr. Ich lasse mich da gerne überraschen. Jetzt, wo man Verwandtschaft dort hat, kann man es ja wagen. Vorschläge willkommen.

Supersommer I

Relativ mittig in Deutschland, bei Bad Hersfeld. Richtig gelesen: nicht mal in dem Kaff, sondern außerhalb, in einem Dorf, dessen Name unbekannt ist. Mir zumindest. Nur den eines Nachbardorfes kenne ich: Aua. Da schmerzt bereits das Lesen des Ortsschildes.
Bad Hersfeld kennen viele wohl eher vom Durchfahren nach oder von Leipzig, die örtliche Raststätte findet desöfteren Erwähnung. Doch die Stadt hat auch einen Bahnhof, ist gar ICE-Halt, nur anderthalb Stunden von Fankfurt/Main entfernt.
In solche Gegenden treibt es einen natürlich nur beruflich. Betulich ist es hier, und man wundert sich, dass die Leute nicht Bayerisch reden. Irgendwie erwartet man das, und ist jedes Mal enttäuscht, wenn einer der Einwohner den Mund öffnet.


Der von mir angekündigte Supersommer nimmt Gestalt an. Als ich am (bis dahin) heißesten Tag des Jahres spätabends verschwitzt in meine Wohnung komme, lechze ich nach einer kühlen Brise des Ventilators, der prompt kaputt ist. Verständlich, bei den Temperaturen würde ich auch nicht arbeiten wollen. Das macht nämlich wenig Spaß, wie ich beurteilen kann, weil ich wenige Stunden zuvor noch einen Messestand mit abgebaut und verladen habe. Das neue Modell, welches ich am Montag kaufe, ist dann was ganz Feines, klein zusammenklappbar und sogar als Ladestation für Smartphones lässt es sich nutzen. Von so etwas hat unsereins als Kind nicht mal zu träumen gewagt. Schön, wenn man es im Leben zu was bringt.


Die Musikauswahl von heute deswegen, weil ich schon mal leise andeuten will, dass ich zum Abschluss der Terrorgruppe nach Berlin zu reisen gedenke, nachdem mir der Besuch des Kölner Konzertes wegen akutem Inspanienbleibwillen unmöglich war. Und vor allem, weil ein Nachbar so freundlich war, meine äußerst schwergängige Wohnungstür mit Longboard-Fett zu behandeln, so dass ich sie endlich wieder sämtlichen Vertretern für Zeitungs-Abos, Stromverträge und Kinderrechte, die hier auflaufen, elegant vor der Nase zuwerfen kann.


Ich verabschiede mich dann jetzt mal in Richtung Pool. – Einer der Vorteile, wenn man in den Villen der Rockstars dieser Welt ein und aus geht.

Aus der Arbeitswelt

Ich bin gerade froh, nicht in den Alpen zu sein. Höchstens in den allerletzten Ausläufern derselben. Aber nicht dort, wo die Adler kreisen. Denn ein Vogel hat mir soeben auf meine Tastatur gekackt. So kam die Scheise nur von einer Meise oder Ähnlichem, weswegen sich das Problem überschaubar darstellt.
Meine erste Reaktion: Loskrähen, dass die Firma mir gefälligst eine neue Tastatur bezahlt. Ein Ansinnen, welches von der Geschäftsführung, die neben mir in der Hängematte schaukelt, abgelehnt wird. Wo ist die Gewerkschaft, wenn man sie braucht?

Diese kleine Anekdote mag so klingen, als stünde ich gerade unter massivem beruflichem Stress, aber dem ist nicht so. Es ist langes Wochenende, gegen Mittag haben so gut wie alle Einheimischen endlich den Campingplatz verlassen, so dass unsereiner seine Ruhe an den Ufern der Ardeche hat. Der Fluss ist bunt, weil bunte Kanus auf ihm dahingepaddelt werden, aber besser dieses Bunt als das Bunt eines Chemieunfalls. Und es sind auch nicht mehr so viele Kanus wie an den Tagen zuvor, als man trockenen Fußes hinüber ans andere Ufer hätte gehen können. Immerhin weiß ich jetzt, was man unter einer Schiffsbrücke versteht.

Im örtlichen Intermarché hat die Zukunft der Arbeit bereits begonnen: Die Kassenkraft ist nur noch dafür da, Strichcodes über den Scanner zu ziehen; die Entgegennahme der Zahlungsmittel sowie die Rückgabe des Wechselgeldes erledigt eine Maschine. Wie bei den supermodernen Versandlagern: Menschen sind nur noch vonnöten, weil das Ingenieurswesen immer noch keine vernünftigen Roboterarme hinbekommen hat. Da reden alle vom Transhumanismus, der Erweiterung des Menschen durch Technik, dabei ist es mittlerweile genau umgekehrt, der Mensch dient als biologische Komponente, wo Technik noch nicht fortgeschritten genug ist. Und natürlich als derjenige, der Dinge bezahlen muss, damit die Technik auch was zum Verkaufen hat. Fragt sich nur, woher der Mensch dann demnächst das Geld fürs Bezahlen nimmt.

Lagunenstadt mit sieben Buchstaben

Venedig, Stadt der Treppen. Treppauf, treppab quert man von Brücken überspannte Kanäle, folgt Schildern, die dezent den Weg zu den wichtigsten Orten weisen, übersieht sie zwischendurch, verirrt sich, stapft die Stufen der nächsten Brücke hoch und auch wieder hinunter. Umgeben von anderen Fußgängern, von denen einige Sackkarren schieben, ziehen und zerren, auf denen sich Koffer von Touristen befinden, oder allerlei, was von einem Lastenkahn zu einem Haus geschafft werden muss.

Es gibt hier keine Autos. Und auch keine Elektroroller. Und ebenfalls keine Fahrräder, was dem Begriff „Amsterdam des Südens“, als das Venedig oft bezeichnet wird, etwas die Luft aus den Reifen lässt. Man geht sicher wie im Mutterleib und muss lediglich aufpassen, nicht versehentlich in eine Gracht (die hier „canal“ genannt wird) zu fallen. Und die örtlichen Fast-Food-Kuriere fahren selbstredend nicht Rad, sondern tragen die Isoliertasche per pedes durch die Gassen.

Dafür gibt es Boote. Wassertaxis. Wasserbusse. Und die Schiffe der Abfallentsorgungsbetriebe, quasi Mülleimer-Böötche. Ein Blick auf die Decks der Paketboote zeigt, was die Venezianer sich liefern lassen. Familien fahren mit dem eigenen Motorboot spazieren oder zu anderen Inseln der Lagune, weil sie beispielsweise zum Strand oder Verwandte auf dem Friedhof besuchen wollen, der seine ganz eigene Insel hat.

Unsereins, der eigentlich nur in den Süden fährt um dort billig Kaffees aller Art in dafür geeigneten Restaurationen zu trinken, muss allerdings enttäuscht sagen: Dafür taugt Venedig nicht, es ist teuer. Die Preise für den Bohnensaft erreichen deutsches Niveau, übersteigen es gar.

Aber es gibt viel zu sehen. Was ja auch mal ganz schön ist.

Posterbirds

Der dumme August bewarb gestern im Rahmen einer eigens anberaumten Release-Party mit Livemusik seine zweite LP im Sonic Ballroom. Das Vinyl trägt den Namen „zwei“, enthält ein Poster, das man super hinhängen kann, einen Downloadcode, den man super ins Internet eintippen kann, und ist handnummeriert. Freunde der Zahl 249 muss ich allerdings enttäuschen – die habe ich schon. Bin aber für Gebote aufgeschlossen.

Ansonsten ein Ereignis wie aus der guten alten Zeit: ankommen, an der Kasse außer dem Ticket nichts vorweisen und dabei Leuten ins Gesicht sehen. Das macht alles wirklich viel leichter; die elende Schlepperei, was Impfnachweise und Masken angeht, ist jedenfalls momentan vorbei. Bis zum nächsten Killermutantenvirus, aber das ist ja bereits angekündigt.

Krumen KW15/16

Mein privates, aus Solidarität mit meinem Girokonto erlassenes Gas-Embargo wird gerade auf die Probe gestellt. Ärgerlich, wenn man um fünf Uhr aufsteht, gedankenlos vor sich hin lüftet und irgendwann bemerkt, dass es kalt ist. Dafür bringt der Einkauf frühmorgens um acht die Beobachtung, dass um diese Zeit circa 50 Prozent der Supermarktkunden maskenlos unterwegs sind, während ansonsten immer nahezu alle den Lappen vor der Schnüss haben. So bleibt wenigstens etwas, worüber ich nachdenken kann, während ich die nächsten acht Stunden ein Telefon bewache. Ansonsten ist das Tagwerk bereits vollbracht, sieht man mal vom Der dumme August-Konzert am heutigen Freitagabend ab.


Das eigene Altern bringt es mit sich, dass auch die eigenen Eltern altern, und man beim Besuch bei ihnen mit hervorragenden Handy-Fotos von ihrer zukünftigen Grabstätte begrüßt wird. „Da liegen wir dann demnächst.“ Als dann noch erwähnt wird, dass der Liegeplatz bereits bezahlt sei („Damit du das weißt, falls wir beide gleichzeitig sterben.“), vertreibt auch das frühlingshafte Essen (weißer Spargel „klassisch“) den Hauch des Morbiden nicht wirklich.


Es gibt nichts Besseres, als hoch nach Mijas zu wandern, dort eine Chorizo-Semmel zu verspeisen und während dieser Jause auf den campo zu blicken. Oder aufs Meer. Oder die Berge. Oder, wenn man klug ist, auf alles gleichzeitig. Das denkt man sich zumindest, wenn man dort sitzt und in den campo schaut oder aufs Meer oder auf die Berge oder, wenn man schlau ist, auf alles gleichzeitig.

Das denkt man sich auch noch, wenn der Flieger nach drei Stunden Flug in den Niederungen des oberen Rheindeltas landet. Das denkt man sich vielleicht noch, wenn das Plattenladenpersonal einem erst den Kauf vorbestellter Ware verweigern will, mit dem Argument, man sei so ekelhaft braun, was in einem politischen Kontext meines Erachtens ein valider Grund wäre, aber nicht, wenn es um Menschenrechtsfragen wie Urlaub geht. Das denkt man sich dann schon weniger, wenn man anschließend mit anderen Menschen, die dieses Menschenrecht auf langen Urlaub ebenfalls zu schätzen wissen, in der Sonne sitzt und fachsimpelt. Und wenn man abends zur Begrüßung bekocht wird, denkt man sich, dass es hier doch auch sehr okay sein kann, zumindest in den sonnigen Jahreszeiten.

Schön, wieder daheim zu sein. Und ausspannen zu können, als Vorbereitung auf den Frankreich-Urlaub demnächst.

Zap 160 zum Zweiten

Kaum ist man mal einige Wochen weg, lungert’s schon auf der Fußmatte. Scholz-Content sowohl im neuen ZAP Hardcore Magazin (Seiten 18 und 19) als auch in dem Umschlag mit den neuen Geschäftsbedingungen eines Kreditinstituts (im Anschreiben). Und übrigens auch im nächsten Plastic Bomb Fanzine, die anderthalb Seiten liegen allerdings erst als noch zu druckendes PDF vor.

Hat-zi mein Schatzi!

Ich bitte zu entschuldigen, dass ich momentan nicht die Zeit finde, bei jedem, jeder und jed* in den Kommentarbereich des entsprechenden Postings etwas von guter Besserung, dass ich die Person in mein Gebet mit einschließe und der Verlauf doch bitte ein leichter sein möge, zu schreiben. Deswegen an dieser Stelle gesammelt: Ihr alle seid gemeint. Was macht Ihr denn auch für Sachen in Deutschland.

Ich befinde mich im Homeoffice in Sevilla, einer Stadt, die ohne Google Maps unbenutzbar ist. Ein Gewirr von Gässchen und kurvigen Sträßchen, an jeder zweiten Ecke ein Sakralbau, an jeder ersten Ecke etwas Gastronomisches mit Außenverzehr, vollgestopft mit Menschen, und das bis in die Nacht. Vermutlich, weil sie alle kein Google Maps auf dem Handy haben und deshalb nicht nach Hause finden.

Dann gibt es noch den Real Alcázar, eine Festung, einst von den Mauren gebaut und später von den Christen weiter aufgemotzt. Er ist bekannt für seine Pracht (sagt das örtliche Fremdenverkehrsamt), die, realistisch betrachtet, bloß gekachelt ist. Kacheln hier, Kacheln da, kommt man sich ein wenig vor wie im Baumarkt. Dazwischen dann fein ziselierte maurische Steinmetzkunst, die zwar wirklich schick anzusehen, ab dem zweiten Raum aber auch brechend langweilig ist. Es wird nicht alles besser, wenn man es ständig wiederholt.

Ich brüte weiter über Excel-Tabellen, siehe Foto. Im Hintergrund desselben übrigens die Plaza de España, wo Green Day 2019 mal live spielten, was man sich auf Youtube anschauen kann und was ich eigentlich nur erwähne, um ebenfalls erwähnen zu können, dass ich die Band in den Neunzigern mal vor wenigen hundert Leuten im Luxor zu Köln gesehen habe. Damals, vor der Pandemie.