Und dann sitzt man da im Schneidersitz in einem kleinen Haus in einem fast noch kleineren Dorf auf dem Bett der Familie und isst, was aufgefahren wird. Das Bengali Food, das vor uns auf der Matratze steht, ist sehr, sehr gut, von angenehmer Schärfe und vielfältig. Reis, diverse Gemüse, diverse Fleische, dazu Dahl, also Linsen. Die Gastgeber stehen vor dem Bett in dem nicht allzu großen Schlaf-Slash-Wohnraum (der auch noch einen großen Kühlschrank beherbergt) und schauen gebannt, ob die wichtigen Gäste das Essen denn wohl auch mögen. Tun sie, allerdings stehen direkt anschließend noch drei Stunden Autofahrt an, an deren Ende das nächste Mahl wartet.

Seit unserer Ankunft in einem großen teuren Jeep ist das ganze Dorf, oder sind zumindest große Teile davon, zusammengelaufen, haben uns bestaunt und tun es immer noch, während irgendwo einige Häuser weiter irgendein heiliger Mann sehr laut irgendetwas kräht. Es ist hier sehr anders als im großen Dhaka, wo der Verkehr nicht aus Hühnern, sondern Autos besteht, ruhiger, angenehmer, grüner, entspannter. Aber irgendein Muezzin tönt immer.

Rückkehr aus dem Norden Bangladeschs, per Flieger. Beim Landeanflug ist es bereits dunkel und es ist erstaunlich, wie wenig Licht unten zu sehen ist. Der Weg zum Hotel zeigt auch, wieso: Keine Straßenbeleuchtung, nur die Geschäfte sind mit funzeligen Stromsparlampen ausgestattet, deren Licht keinerlei Wärme hat. Bestimmt gut für die Umwelt. Dazu die Scheinwerfer der Autos, die es auch nicht unbedingt besser machen, aber wenigstens den allgegenwärtigen Stau hell erleuchten.

Das Schöne an Dhaka ist der viele Feinstaub in der Luft. Es rotzt sich besser, und auch die Haare stehen, ohne dass man mit weiteren Festigern nachhelfen müsste. In etwa wie am Strand, doch statt Salz und Sand Abgase. Und natürlich das, was unsereins per Flugzeug gestreut hat.

Auch tagsüber lässt sich sagen: Es gibt schönere Städte.

Gewöhnungsbedürftig sind die vielen Menschen. Sie stehen einem im Weg, man selbst ihnen, sie nötigen einen mitunter, Selfies mit ihnen zu machen, weil man per Hautfarbe zur Attraktion wird. Tatsächlich habe ich abgesehen von unserem Dreierteam noch keinerlei Weiße* in den Straßen gesehen, aber vielleicht gehen die in den neun (Stadt) bzw. fünfzehn (Großraum) Millionen Menschen, die hier leben, einfach unter.

Straßenhändler haben auch auf engstem Bürgersteig Platz, man sieht viel Appetitliches an den food hand trucks, lässt als verweichlichter Mitteleuropäer aber lieber die Finger beziehungsweise Beißer davon. Unsereins verlässt sich lieber auf das Hotelrestaurant, das, was unsere Gastgeber uns vorsetzen, und natürlich Chips und die bewährten Produkte der Coca-Cola Company.

Man geht Risiken ja klugerweise aus dem Weg, was leider nicht mehr geht, wenn man die Straße quert. Dafür kann man Brücken mit vielen Stufen (und Bettlern) nutzen, aber man kann sich auch durchmogeln, wobei die Fahrweise der Autos, Motorräder und Rikschas hier zwischen notgedrungen kooperativ und Durchbrettern pendelt. Man sollte aufpassen. Ehrlich. Und wenn ein Bus kommt: aus dem Weg. Alles andere ist Selbstmord.

Ab und an sieht man auch mal eine Kuh im Straßenbild, mitunter auch vor einer Fleischerei angebunden. Ein Ort für den Urlaub ist Dhaka nicht unbedingt, um nicht zu sagen: gar nicht. Kathmandu ist deutlich entspannter. Das Nationalmuseum allerdings ist sehenswert.

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* Sorry, „weiß“ müsste vermutlich klein, mit kursivem w oder sonstwie geschrieben werden; aber wenigstens ein Sternchen ist hier ja, wenngleich auch nur als Hinweis auf diese Fußnote.

Erster Sozialkontakt nach der Landung am Dhaka International Airport: In der Schlange am Einreiseschalter spricht mich die Frau vor mir, bis auf die Augenpartie verhüllt, an. Sie wolle kurz beten gehen, ob ich nicht ihren Platz in der Schlange freihalten könne. Trotz arger Bedenken, was Religionen angeht, erkläre ich mich dazu bereit. Unsereins ist ja fremd in diesem Land, da zeigt man sich von seiner besten Seite. Nach einigen Minuten ist sie auch wieder da. Entweder sie oder ihre Zwillingsschwester. Jedenfalls hat sie dieselben Augen. (Oder die gleichen, falls es wirklich eine Zwillingsschwester war.)

Zweiter Sozialkontakt (vom Einreisebeamten abgesehen; ebenso von den beiden Menschen in der Wechselstube; und von dem Typen, der einem eine örtliche Simkarte verkauft und einsetzt) ist dann der Herr, der mich zu meinem Prepaid-Taxi bringt. Woher ich denn komme. „Ah, German. You know Hitler?“

Ich hätte mich wohl besser als Niederländer ausgegeben. Oder als Pole, wobei das auch wieder einen Haken gehabt hätte, nämlich den, dass Hitler bekanntlich Pole war, wie mir der Herr anschließend erzählt. Man lernt nie aus und Reisen bildet. Ich denke, der Führer wäre begeistert gewesen, hätte man ihn für einen Polen gehalten. Als der Mann dann erklärt, wie toll Hitler doch gewesen sei, bricht in mir dann aber doch der Antifaschist durch, ich lasse alle Höflichkeit fahren und verziehe das Gesicht und unterstreiche meinen Widerwillen noch mit einer zweifelnden Handgeste. Zum Glück kommt endlich das Taxi.

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Eine gute Stunde zum Hotel, und abgesehen davon, dass der Wagen nicht vergittert ist und niemand uns mit Dingen bewirft, erinnert die Szenerie an die Fahrt aus der „Klapperschlange“. Es ist dunkel, grelle Scheinwerfer werfen Schlaglichter, wir rasen in einem Meer aus Blech, Autos, Bussen und Rikschas über die mehrspurige Straße. Und mit „Meer“ meine ich an dieser Stelle keinen Pazifik an einem ruhigen Tag, sondern eher eine Sturmflut an den Küsten Cornwalls. Verkehr voll von Strudeln, Hindernissen und Beinahe-Kollisionen. Aber eben: nur beinahe. Die Menschen hier beherrschen ihre Fahrzeuge, dies ist Dressur-, nicht Galopprennen.

Aber es gibt auch ruhige Momente, wenn der Stau von Dhaka zuschlägt. Ruhig im Sinne der Fortbewegung, gehupt wird weiterhin eifrig. Dann bekommt man auch die Straßenhändler zu sehen. Ganze Möbelgeschäfte sind auf den Bürgersteigen aufgebaut, viele Händler sind mit Handkarren vor Ort, dazwischen schlängeln sich Passanten oder bestellen gar Essen an einer der vielen – nunja: – Garküchen.

Die Fahrt endet mit Gerumpel durch eine ruhige Seitenstraße. Ruhig für hiesige Verhältnisse. Ein bis zwei Hunde, einige kleine offene Läden, hier und da eine kleinere Ansammlung von Müll und andere Verkehrsteilnehmer, die man zur Seite hupen muss.

Im Hotel dann Treffen mit den Kolleginnen und anschließend Ruhe im Hotelzimmer. Im Hintergrund rauscht und hupt die Stadt vor sich hin, öfters hört man Sirenen, wohl, weil in der Nähe viele Krankenhäuser sind. Nichts, wozu man nicht schlafen könnte, bis einen der Ruf des Muezzins um fünf Uhr nochwas, vermutlich pünktlich zum Sonnenaufgang, weckt. Ein infernalisches Geheul, das verboten oder zumindest auf einen deutlich späteren Zeitpunkt verschoben gehört. Ich gehe morgen mal in der Moschee vorbei und rege das an. Falls mich da überhaupt jemand versteht.

Das sollte man wissen, wenn man von Düsseldorf aus fliegt: Gate C44 ist der Geheimtipp. Dort steht nämlich der Automat, bei dem die Flasche Wasser nur ein Euro fuffzich kostet, nicht drei Euro, wie an den anderen Getränkekästen.

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Ich sitze unter Palmen, nahe am Wasserfall. Eine Oase inmitten der Wüste. Eine überdachte Oase. Genau genommen eher eine Oase in einem großzügig dimensionierten Flughafen an der Küste in Katar. Von Inneneinrichtung verstehen sie hier jedenfalls etwas. Jedenfalls mehr als in Düsseldorf. Oder vor den Toren Istanbuls, wo der neue Großflughafen ähnlich geschmackvoll ist wie der amtierende türkische Präsident.

Ich hatte mich ja auf die Fußball-WM (der Herren) gefreut, wo ich schon über Katar reise, nur bin ich dafür wohl ein bis zwei Monate zu spät dran. Verdammt.

Vielleicht hätte ich mir die sicherlich sachliche Doku über Infamo Infantino auf dem Herflug anschauen sollen, Qatar Airways hatte sie jedenfalls im Medienangebot. Irgendwo zwischen Hollywood, Bollywood und afrikanischen Filmen. Der Versuch, in eine Komödie mit Jennifer Lopez reinzuschauen, scheitert am Dröhnen der Motoren. Tragisch.

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Langsam wird es draußen hell. In der Ferne ist die Skyline von Doha zu sehen. Gleich müsste auch klar sein, zu welchem Gate ich mich bezüglich meines Anschlussfluges begeben muss. Stress hier Transitland. In zwei Stunden geht es ja schon weiter. Und viel zu tun außer irgendwas zu posten, um wach zu bleiben, ist hier auch nicht. Vielleicht einfach noch was unter Palmen lustwandeln.

Wehmut kommt nicht auf, wenn es von Dhaka aus heimgeht. Keine schöne Stadt. Eher eine menschgemachte Katastrophe, so dass unsereins am letzten Tag der Reise das Hotel gar nicht erst verlässt, sondern GTA-Videos auf dem Smartphone guckt. Die Luft ist sozusagen raus, was bei der Luft von Dhaka nicht weiter schlimm ist, da sie größtenteils aus Abgasen besteht. Ohne Teerlunge kommt hier keiner raus.

Beim Zwischenstopp in Doha ist man dann regelrecht erfreut, dass man beim Wechsel vom Flieger in den Bus eine Prise frischer Luft abbekommt. Der Anschlussflug nach Frankfurt (Main) verspätet sich dann um über eine Stunde, die unsereins unter anderem dafür nutzt, dem Regen beim Einnässen der Landebahn zuzuschauen. Da kommt man einmal in die Wüste, und dann regnet es. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das als Zeichen werten soll. Und falls ja, wofür dies ein Zeichen ist.

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Frankfurt, Perle am Main. Das Erste nach der Landung sind unwirsche Grenzer, die beim Ausstieg aus dem Flugzeug die Pässe sehen wollen. Erstaunlich, wie unfreundlich-aggressiv man die Worte „bitte“ bzw., „please“ ausspeien kann. Genau so stellt man sich Deutschland und die Deutschen vor. Willkommen daheim.

Die erste Rolltreppe gleich kaputt, ewiges Warten aufs Gepäck, und irgendwann hat man sich per Shuttlebus und Nachfragerei zum Fernbahnhof durchgeschlagen, wo man einen verspäteten ICE nach Köln bekommt. Gegen 11 Uhr dann daheim.

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Der Handywecker klingelt, panisch wache ich auf und weiß nicht, wo ich bin. Es dauert lange, sehr lange, bis sich die Bilder zu einem Ganzen zusammensetzen. Zu einem Raum, den ich kenne und der sich in meiner Wohnung befindet. Die Vermutung, dass dies bedeutet, dass ich eher keinen Flug erreichen muss, wird zur Gewissheit, als mir einfällt, warum der Wecker klingelt: Ich will mir JOSEPH BOYS im Sonic Ballroom anschauen, ein Vorhaben, das ich trotz Jetlag auch umzusetzen schaffe, Club Mate sei Dank. Gute Band, gute Show, gerne wieder.

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Der erste Arbeitstag im Heimbüro ist dann eher öde. Keine Anrufer, denen man von den irren Erlebnissen in Bangladesch erzählen könnte, stattdessen Bürogedöns. Aber wenigstens ist in der eigenen Wohnung nicht alles voller Menschen, kein Muezzin kräht frühmorgens in kontinenteversenkender Lautstärke und die paar Abgase, die von der Straße nach oben wehen, atmet man locker auf Lunge. Vielleicht haben die ganzen Lokalpatrioten doch Recht und Köln ist wirklich die schönste Stadt der Welt. Im Vergleich zu Dhaka ist Köln jedenfalls ganz weit vorn.

Was man nicht so alles nicht mitbekommt. Sonntag, ich betrete einen Kiosk, auf der Suche nach einer Tüte Chips. Der Mensch dort ist freundlich wie immer, starrt aber während des gesamten Bezahlvorgangs auf seinen Laptop. Auf dem Heimweg denke ich mir „WM-Finale“ und schaue daheim mal ins Internet, wie es dort denn steht. Aha, ich scheine den Mann mitten im Elfmeterschießen gestört zu haben. Das tut mir, bei aller Verachtung für Menschen, die sich für Fußball interessieren, dann doch leid.

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Einige Tage später durchsuche ich meine Tonträgersammlung nach Musik der englischen Band The Specials, so wie wir alle es an jenem Tag getan haben. Die Ausbeute ist eher mau: Eine Single vom Flohmarkt („Gangsters“) und eine MP3-Datei, die ich neulich mal kaufte, weil ich den in ihr enthaltenen Song dringend für einen Mix benötigte („Do Nothing“). Ich bin zwar kein großer Ska-Freund, aber das ist dann selbst mir zu wenig. Zumal The Specials eine der wenigen Bands des Genres sind, deren Songs so gut sind, dass die Musikrichtung nicht sonderlich stört.

Die Situation erinnert mich ein wenig an 2017, als ich anlässlich des Todes von Grant Hart meine erste Hüsker Dü-Platte kaufte. Das darf man ja eigentlich auch keinem erzählen.

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Sollten irgendwann Mitglieder von Les Thugs sterben, wird mir das nicht passieren; gerade gestern kam ein Paket aus Frankreich an, ich hatte mich quer durch ihre Bandcamp-Seite gekauft. Hier die Frage an die Fachleute: Wo sortiert man die ein? Unter „T“ oder doch eher unter „L“?

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Warten auf den Feierabend. Noch eben Jahreswechselgewäsch auf die Website hochladen und pro forma das Telefon erst in zwei Stunden auf stumm stellen. Zwischen all‘ der Hektik finde ich dann doch noch Zeit, einen Text bei Facebook hochzuladen; nämlich diesen. Zugegebenermaßen hätte man ihn der Welt besser erspart. Soll nicht wieder vorkommen. Schließlich ist gleich Feierabend.

Ein Mann kniet im Bahnhofsdurchgang und spielt Weihnachtliches auf der Querflöte. Zwischendurch spricht er die Passanten an: „Haben Sie mal einen Cent für mich?“ Die meisten gehen kopfschüttelnd ob dieser Geschäftsuntüchtigkeit weiter. „Was sind das hier nur für Menschen?“ bekommen sie noch hinterhergerufen.

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Blaulicht in der Ferne, vom Fenster aus zu sehen. Es blinkt auf dem Wiener Platz vor sich hin, was ich normalerweise gar nicht mehr wahrnehme, weil Polizeieinsätze dort zum Straßen- bzw. Platzbild gehören. Nur momentan rätsele ich: Polizeieinsatz? Oder doch nur das Kinderkarussel, das dort Teil des Weihnachtsmarktes ist? So spannend, dass ich nachschauen gehe, ist das dann aber doch nicht. Und so spannend, darüber zu schreiben, eigentlich auch nicht.

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Supermarktkasse, die Kassenkraft hustet und spotzt herzhaft in ihre Armbeuge, das Leben fühlt sich endlich wieder wirklich an. Der Rentner vor mir, FFP2 tragend, wünscht der Kassenkraft noch eine „Gute Besserung“. Das hätte es früher eher nicht gegeben.

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Der große alte Mann der Punkrock-Fanzinerei schreibt, meine Texte seien zu bieder und brav für den neuen Konfrontationskurs, den man fahre. Ob mein aktueller Beitrag gedruckt werde: naja, unentschieden. Ich freue mich endlich wieder auf ein neues ZAP Hardcore Magazin: einerseits wegen des angekündigten Kurses, andererseits in gespannter Erwartung, ob mein Geschreibsel es ins Heft geschafft hat. Advent, die Zeit freudiger Entgegensehung.

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Arbeitsauftrag: Die Eindrücke meiner ersten Nepal-Reise für den kommenden Frühjahrskatalog zusammenfassen. Schwierig, handelt es sich doch um ein leicht anderes Publikum als sonst, da die Anzahl der ehrenamtlichen, älteren Weltladen-Mitarbeiterinnen unter meinen Followern eher niedrig ist, die übliche Mischung aus ein bis zwei bösen und zwei bis drei miesen Scherzen, schnell runtergerotzt, wohl nicht so gut bei der Zielgruppe ankommen wird; und ich wette, meine Vorgesetzte streicht mir Sätze wie „Kathmandu ist so eine Art Bullerbü der Dritten Welt“ sowieso gnadenlos raus. Aber vielleicht lassen sich die Reste ja ins Zap stopfen. Oder anderswo hin.

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Vorsorge fürs nächste Jahr: Einreisewische für diverse Staaten anfordern, neuer Personalausweis sollte auch bald kommen, und am meisten freut unsereins sich momentan auf den geplanten Campingurlaub in der Bretagne. Vielleicht, weil sich als Wohlfühlplatte des Jahres eindeutig „Prisons Imaginaires“ von Syndrome 81 herauskristallisiert hat und ich mich auf die rues de Brest freue. Aber bis dahin sollten die Temperaturen vielleicht noch ein wenig zulegen.

Wildlife Adventure Resort, Chitwan, Nepal

Auf der er anderen Seite des Flusses, wenige Meter vor dem Saum des Dschungels, steht ein Elefant, gut versteckt, den Kopf in einer Gruppe Bäume versteckt. Er steht dort schon eine ganze Weile, ohne sich zu bewegen. Langsam lichtet sich der Morgennebel, und man sieht seine Konturen besser und besser.

Warum er sich wohl nicht bewegt? Vielleicht mimt er eine Statue, so wie sie einige Kilometer entfernt im nächsten Ort an der Kreuzung steht. Vielleicht kommen andere Elefanten, lieben seine Kunst und bezahlen ihn mit Früchten, die sie im Dschungel gefunden haben. Oder ist er ein Wachtposten, der Ausschau hält und die anderen warnt, wenn gefährliche Getier in Form von Menschen oder anderem anrückt?

Der Morgennebel lichtet sich mehr und mehr, die Sonne kommt durch, man erkennt erste Farben. Spannend, dass der Elefant grün ist. Vielleicht hat er sich in Grünzeug gewälzt? Beispielsweise, um besser getarnt zu sein auf seinem Posten als Wächter? Falls ja, hat er dies gut gemacht, denn abgesehen von der halbrunden Form seines Leibes würde man denken, dort stünde ein Busch, nicht ein Elefant.

Stunden später, die Sonne steht hoch am Himmel und der Elefant immer noch da. Mittlerweile sind nicht nur Form und Farbe, sondern auch Details wie Blätter zu erkennen. Dieser Wächterelefant ist wirklich exzellent getarnt.

Es ist Abend. Immer noch steht er am selben Platz, unbeweglich, den Kopf weiterhin im Blattwerk der Büsche um sich herum versteckt. Bewundernswert, alleine schon die Geduld, die das Tier an den Tag legt. Es macht Freude, einem Profi bei der Arbeit zuzuschauen.